Mulamadhyamakakarika / Nagarjuna

Mulamadhyamakakarika
Grundverse zum Mittleren Weg
Acharya Nagarjuna
> Nur Direktstudium möglich <

Chöling Hannover/Braunschweig Jahreskurs Januar – Dezember 2014,

geleitet von Dr.Birgit Schweiber (Ehrw.Losang Drime)

Acharya Nagarjuna ist nach dem Buddha zweifellos der einflussreichste Gelehrte und Meister der Buddhistischen Tradition. Er wurde von Buddha als jemand prophezeit, der die Lehre nach einer Zeit des Niedergangs neu klären und von Degeneration befreien werde.
Seine Lehrtätigkeit beginnt vermutlich im 2. Jhd. Wie lange er lehrte, kann nicht mit Sicherheit identifiziert werden, der Tibetischen Tradition nach waren es 900 Jahre. Als sicher gilt, dass er Praktizierender des Mahayana, Mönch und später Abt an der Klosteruniverität Nalanda war.

Seine Werke zu den Sutren über die Vollkommenheit der Weisheit (Prajnaparamita) werden als Grundlage für die Entwicklung der Philosophie des Mittleren Weges frei von den beiden Extremen Existenz und Nicht-Existenz (Madhyamaka ) betrachtet. Seine wichtigsten Schriften werden in drei Kategorien eingeteilt: Sammlung von Ratschlägen, Sammlung von Lobpreisen und Sammlung von logischen Beweisführungen. Unter letzteren befinden sich fünf Schriften über die letztendliche Bestehensweise der Phänomene, die Leerheit von Eigenexistenz aller Phänomene und ihr Entstehen in Abhängigkeit.

Diese Schriften sind nicht von philosophischem Interesse allein. Die korrekte Bestehensweise (Ontologie) von Phänomenen zu erkennen gilt nach Buddhistischer Auffassung als Schlüssel für die spirituelle Praxis, die die Auflösung aller Probleme des Daseinskreislaufs einer Person zum Ziel hat. Diese Erkenntnis ist Weisheit. Weisheit ist der (Zentral!)-Schlüssel für die Befreiung von Leiden (Nirvana) und Erlangen der Buddhaschaft (Erleuchtung). Diese Weisheit jedoch kommt nicht von selbst. Sie muss durch korrektes Studium, Nachdenken und Meditation erlangt werden und nach und nach zu einer tiefen Gewissheit werden.

Von allen Werken über die Weiheit sind seine Grundverse über den Mittleren Weg (Mulamadhyamakakarika) das wohl Berühmteste. In 27 Kapiteln debattiert Nagarjuna mit den Philosophen seiner Zeit über die korrekte Bestehensweise von Phänomenen. Seine Heiligkeit der Dalai Lama empfiehlt bei vielen Gelegenheiten immer wieder, für ein korrektes eigenes Verständnis vor allem vier wichtige Kapitel in folgender Reihenfolge zu studieren:

Kapitel 26:
Die Zwölf Glieder des abhängigen Entstehens – Wie Lebewesen aufgrund von Unwissenheit und unwissenden Handlungen von Leben zu Leben im Daseinskreislauf gefangen sind.

Kapitel 18:
Befreiung wird erlangt, indem man die Wurzel des Daseinskreislaufs, Unwissenheit identifiziert und ihr die Weisheit entgegensetzt, die die Leerheit erkennt. Das Kapitel beschäftigt sich mit der Definition und den Auswirkungen der Unwissenheit, und ihrem Gegenteil Weisheit.

Kapitel 22:
Analyse des Tathagata – die wichtige fünfteilige Begründung, warum die Person leer ist von inhärenter Existenz.

Kapitel 26:
Das Kapitel über die Vier Edlen Wahrheiten legt dar, dass Leerheit und abhängiges Entstehen sich nicht ausschließen. Im Gegenteil, die Bedeutung von “Leerheit” ist “abhängiges Entstehen”. Daher sind die Lehren über die Leerheit und die Lehren von den Vier Edlen Wahrheiten nicht nur gut miteinander vereinbar, sondern in ihrer Essenz dasselbe.

Diese vier Kapitel geben einen sehr guten Einblick in die Philosophie des Madhyamaka und sind äußerst wichtig für die Praxis der Meditation über Leerheit und abhängiges Entstehen.

Für diesen Kurs sind Vorkenntnisse von buddhistischen Grundlagen wie Lam Rim und Lojong erforderlich.

 



Kursumfang:
 6 Wochenenden und eine Woche Retreat.Sofern organisatorisch möglich findet die Retreat-Woche im Sommer 2014 statt, ansonsten im Winter 2015.

Termine 2014:
11. / 12. Januar
15. / 16. März
17./ 18. Mai
28. / 29.Juni
25. / 26. Oktober
06. / 07. Dezember