Biografie S.E. Dagri Rinpoche

 S. E. Kyabje Dagri Rinpoche
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S. E. Dagri Rinpoche (Thupten Lundrup Tenpey Gyaltsen) wurde 1958 in Tibet geboren und wuchs während der chinesischen Kulturrevolution auf. Schon früh wurde Kyabje Dagri Rinpoche als fünfte Reinkarnation von Dagri Kyenchen Gyatso Thaye, einem der namhaften großen Yogis, Gelehrten und Emanation von Buddha Manjushri erkannt. Seine Inkarnationslinie reicht zurück bis in die Zeit von Shakyamuni, in dessen Umfeld er der Überlieferung nach einer der sechzehn Arhats, Arya Nyeten Serkyi Bewu gewesen ist. Spätere wichtige Inkarnationen sind Lama Serlingpa, der Indonesische Meister, von dem Lama Atisha im 11. Jahrhundert die vollständigen Übertragungen zur Entwicklung des Erleuchtungsgeistes (Bodhicitta), der Essenz des Mahayana-Buddhismus erhalten hat. Dagri Rinpoche ist außerdem die Reinkarnation von Dagri Losang Chojor Gyatso, einem der Linienlamas im Verdienstfald vieler Praktiken des Höchsten Yoga Tantra und ist hier besonders als Vajrameister und Linenhalter der Yamantaka-Linie bekannt, einer zornvollen Emanation von Buddha Manjushri, dem Aspekt erleuchteter Weisheit.

Da sein Kloster unter der Chinesischen Besatzung zerstört wurde, besuchte er die Staatsschule und arbeitete u.a. als Kuh- und Schafhirte, später in einer Kohlenmine. Er trat einfach auf, fuhr Lastwagen und gab sich nicht als großer Lama, und doch waren für die Menschen, die mit ihm in Kontakt kamen, seine inneren Qualitäten, seine Herzenswärme, seine Kraft, seine Fürsorge für andere so offensichtlich, dass sie ihn schließlich nötigten, nach Indien zu gehen, um dort seine Ausbildung zum Lharampa-Geshe zu machen. Obwohl er lieber bei ihnen geblieben wäre, um sich um sie zu kümmern, sammelten sie Geld, um ihm die Reise zu ermöglichen. Und so verließ Dagri Rinpoche auf Drängen der Menschen Tibet, um in Indien Buddhistische Philosophie zu studieren. An der Klosteruniversität Sera Je in Südindien erhielt er nach 18 Jahren Ausbildung im Jahr 1999 den Grad Lharampa Geshe. Seither lehrt er in vielen Ländern der Welt und zu unserer Freude immer mehr auch in Europa.

Rinpoche ist nicht nur ein Gelehrter, sondern vor allem ein großer Praktizierender, der umfangreiche Retreats in Bezug auf alle Ermächtigungen und Kommentare durchführt, zu denen er Ermächtigungen gibt. Rinpoche gehört zu den Lamas, die unter der besonderen Obhut Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama ausgebildet werden. Seit etlichen Jahren lebt er im Palast Seiner Heiligkeit in Dharmasala, wo er als Linienhalter  des Buddhadharma persönlich Ermächtigungen, Übertragungen und Kommentare zu Sutra und Tantra aller vier Traditionen des Tibetischen Buddhismus erhält.

Vor allem ist Rinpoche ein Mensch. Er gehört zu den Lamas, die leben, was sie lehren. Von Anfang an war für uns alle beeindruckend, wie wenig Kulturbarriere Rinpoche hatte und wie gut er sich in den westlichen Geist hineinversetzen konnte, wie gleichzeitig traditionell und modern er dachte. Seine Herzenswärme, sein Humor, sein jugendliches Lachen, seine Großzügigkeit, Zugewandtheit  und Menschenliebe, sein unermüdlicher Wunsch, Dharma jederzeit allen Lebewesen auf allen Ebenen zu lehren, seine Unvoreingenommenheit, Ehrlichkeit, Offenheit, Freundschaft überzeugen und begeistern inzwischen Tausende von Schülern in aller Welt.

Neben seinen vielen Aktivitäten in Bezug auf die Lehre hilft Rinpoche ununterbrochen vielen Menschen persönlich aus Lebensgefahr, chronischer Krankheit und anderen persönlichen Schwierigkeiten. Er ist Vajrameister, Gelehrter und Yogi, vor allem ist er ein herzensguter, liebenswürdiger und weiser Mensch.