30.06.+01.07.2018.Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 2

Thema des 2. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit 2018:
“Alle Dinge haben zwei Seiten – konventionelle und endgültige Realität”
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

In unserem letzten Wochenende vor der Sommerpause ging es weiter mit der „Vollkommenheit der Weisheit“.
Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime) sprach zu Beginn eindringlich über
den Geistesfaktor Unwissenheit, der im geistigen Bewusstsein vorhanden ist und
den es zu überwinden gilt. Dieser Geistesfaktor Unwissenheit ist nicht ein bloßes
NICHT-Wissen, sondern ein AKTIVES – Fehlwissen: Demnach findet nicht nur
ein Nichtwissen über die Realität, sondern ein hin projizieren auf die Realität statt.
Diese Unwissenheit beeinflusst unser Bewusstsein in Bezug auf Phänomene
insofern, dass es auf jedes einzelne Phänomen Eigenexistenz,sprich inhärente Existenz, zuschreibt.

Das ist die Natur der Unwissenheit! Die Funktion der Unwissenheit ist das, was
uns die eigentlichen Probleme bereitet! Sie ist die Wurzel des Daseinskreislaufs.
In diesem Zusammenhang gab Chöla Birgit erneut bedeutsame Erklärungen
zu den „Zwölf Gliedern des Abhängigen Entstehens“; denn durch die Wurzel
allen Leidens (Unwissenheit), gehen Taten hervor und die bringen somit alle Manifestationen des Daseinskreislaufs hervor. Eleminieren wir die Wurzel von Samsara, endet der Daseinskreislauf.

Weiterhin folgten ausführliche Erklärungen zur Leerheit der Person an Hand
den Texten von Chandrakirti (7. Jahrhundert) aus dem zweiten Teil des
Madhyamakavatara, (tib.: dbu ma la ‘jug pa; „Eintritt in den Mittleren Weg“).
Hier heißt es, dass die Wurzel aller Probleme eine falsche Vorstellung von
inhärenter Existenz (vor allem) der Person ICH ist.

„Nachdem er erkannt hat,
dass alle Verblendungen und Fehler
aus der Ansicht der vergänglichen Ansammlung entstehen,
und dass deren Objekt das/ein Selbst ist,
widerlegt ein Yogi ein Selbst mit (analytischem) Verstand.“ [6.120]

Die „Ansicht der vergänglichen Ansammlung“ ist eine Unwissenheit, die sich auf
die Person ICH (und MEIN) bezieht und beinhaltet immer eine falsche Vorstellung
von inhärenter Existenz. Allen fühlenden Wesen ist das angeborene Festhalten
am Selbst gemeinsam; das ist die Wurzel von Samsara, aller Fehler und allen
Leidens und der Ursprung aller Verblendungen.

Mit Hilfe einer hervorragenden Präsentation wurden an Hand von Versen, Bildern
und Aufteilungen erneut tiefgehende Begründungen zum Nachweis der Leerheit
von inhärenter Existenz sehr eindrücklich und effizient beleuchtet.

So endete bei sommerlichen Temperaturen ein weiteres unvergessliches und wunderbares Wochenende mit unserer geschätzten Lehrerin, die mit großer
Geduld und Humor die vielen Begründungen der Leerheit immer wieder neu
erklärt und uns jedes Mal ein Stückchen näher bringt.

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21.+22. April 2018. Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka)

Das Thema des 2. Lamrim Wochenendes 2018: 1. Sein oder Nicht-Sein ? – Einführung in die Leerheit aller Phänomene
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

An diesem und auch den folgenden Wochenenden wird unsere verehrte Lehrerin
Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime) die „Vollkommenheit der Weisheit“ darlegen. Ohne die Weisheit führen die anderen Disziplinen (der Vollkommenheiten) nicht
zur Buddhaschaft.

Diesmal wählte Chöla Birgit den maßgeblichen Text aus dem „mittleren Stufenweg“
von Lama Tsongkhapa (Lobsang Dragpa *1357 in Tsongkha; †1419), einstimmend weitere Texte von Chandrakirti (7. Jahrhundert) aus dem Mulamadhyamakakarika
und Madhyamakavatara, sowie von Nāgārjuna (ca. 2. Jahrhundert) aus seinem Ratnāvalī (Kostbare Girlande).

Die Vollkommenheit der Weisheit ist in drei Aspekte geteilt. In einem Teil davon
gilt es „nur“ die Leerheit zu erkennen: Die tiefste Realität der Phänome, die sich
auf ein endgültiges Phänomen/Leerheit bezieht. Der andere Teil der Vollkommenheit der Weisheit konzentriert sich auf konventionelle Phänomene (u.a. Ursache und Wirkung, die vier edlen Wahrheiten, die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens).
Der dritte Teil der Vollkommenheit der Weisheit handelt davon, wie man Methoden anwendet, die zum Nutzen anderer wirken.

Chöla Birgit: „Leerheit von inhärenter Existenz heißt,
die Phänomene, die existieren, haben etwas NICHT, ein Eigenwesen!
Sie existieren nicht aus sich SELBST heraus und unabhängig
von anderen Faktoren! Sie sind aber voll davon, in Abhängigkeit zu existieren.
Sie erscheinen einem gültigen Bewusstsein nur durch ein
Zusammenspiel von Objekt und Subjekt; und das ist es,
worüber wir in den kommenden Wochenenden sprechen werden.
Es liegt ganz alleine an uns, ob wir die Lehren studieren und praktizieren,
wir haben die hundertprozentige Verantwortung
!“

Die gedankliche Reise ging durch die Texte der großen Gelehrten und Wegbereitern, durch die uns Chöla Birgit voller Elan mit ihren wunderbaren Begründungen und bildhaften Erklärungen (verschiedenfarbige Papiere in einer Plastiktüte = Zuschreibung/Phänomene) führte. So wurden so manche beschwerlichen Stunden, gleichzeitig zu einem freudigen Wochenende!

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17.+18. März 2018 Weiterstadt/Studienprogramm Lamrim ~ „Die Vollkommenheit der Konzentration“

Thema des 1. Lamrim Wochenende 2018: „Unerschütterlich werden – Die Vollkommenheit der Konzentration.“
Unterweisung von Ehrw. Dr.Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Im ersten Lamrim Wochenende in Weiterstadt komplettierte Dr.Birgit Schweiberer
die ausführlichen Darlegungen der fünfte Paramita: „Die Vollkommenheit der Konzentration“.

Die Unterweisungen wurden an Hand einer eindrucksvollen und anregenden Präsentation gelehrt und enthielten u.a. umfassend und präzise die 6 Stadien
der geistigen Ruhe: 1.Voraussetzungen für geistige Ruhe schaffen,
2.Die eigentliche Art und Weise, geistige Ruhe zu erlangen, 3.Die neun Stadien geistiger Ruhe, 4.Wie die neun Stadien durch sechs Kräfte erlangt werden,
5.Vier Arten, den Geist auf das Objekt zu richten, 6.Wie auf diese Grundlage
eigentliche geistige Ruhe entsteht. Zudem wurden die Objekte für die Meditation
in Bezug zum „kleinen und großen Fahrzeug“ ausführlich erläutert.

Chöla Birgit: “Konzentration ist eine natürliche Fähigkeit des Geistes, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Wir alle haben ein Mindestmaß an Konzentration, das ist der objektfeststellende Geistesfaktor: Samadhi
(Tibetisch: Shine (Sanskrit, समाधि, samādhi „Versenkung, Sammlung“,
„anschauen, festmachen”) und dieser bewirkt, das der Geist einspitzig auf
einem Objekt verweilen kann.
Konzentration kann also enorm verfeinert werden und desto besser wird die
analytische geistige Arbeit. Sie ist eine universelle Praxis und verbindet alle
spirituellen Traditionen miteinander!

Praktiziert man Konzentration ohne Weisheit, ohne Entsagung und
ohne Bodhicitta, dann können keine spirituellen Pfade verwirklicht werden! Konzentration ist ein enorm wichtiges Mittel zum Zweck, es ist sozusagen
der Flaschenhals, durch den man hindurch muss, um Realisationen zu
erlangen. Dagegen können wir echte Entsagung, echtes Bodhicitta und
eine Weisheit über die Meditation in Bezug auf die Leerheit nur entwickeln,
wenn die Voraussetzung für Samadhi/Shine erlangt wird.”


2018.05.-10. Februar Meditationsretreat “HEILUNG von KÖRPER und GEIST”

2018.05.-10. Februar Meditationsretreat ~ Kamalashila (Eifel)
“HEILUNG von KÖRPER und GEIST”
Seminarleitung: Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer

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Nach heftigem Schneetreiben wurden wir von einem herrlich strahlenden, tiefblauen Himmel empfangen. Wir nahmen dies als ein wunderbares, verheißungsvolles Zeichen und empfanden große Freude darüber, an welch friedlichem und kraftvollem Ort wir dieses Retreat beginnen konnten.

Unsere verehrte Lehrerin Ven. Dr. Birgit Schweiberer wählte zur „Heilung von Körper und Geist“ die Praxis des Medizinbuddha (skt.: Bhaisajyaguru; tib.: Sangs rgyas sman bla, Sangye Menlha ]. Sie ist eine kraftvolle Methode zur Reinigung von negativen und destruktiven Emotionen und hebt die heilsamen Aspekte von Liebe, Mitgefühl und innerem Frieden hervor. Neben den emotionalen Verschleierungen des Geistes vermag die Praxis auch unsere körperlichen Erkrankungen und die der anderen Lebewesen zu heilen.

Wir begannen mit dem Mahāyāna Sūtra „ Ein Berg von Glückverheißung“ und rezitierten die Verse mit dem Wunsch, dass wir diese gemeinsamen Tage auch glückverheißend verbringen mögen:
“…. Es zieht alles Glückverheißende herbei,
es beseitigt alle Fehler und Probleme, es versammelt alle guten Qualitäten,
es macht alles ruhmreich und vom Glück begünstigt,
macht alles gut am Anfang, in der Mitte und am Ende.“

Chöla Birgit führte uns mit ihrer klaren, ruhigen Stimme, bedachtsam, und sicher
durch die tiefgründige Praxis des Bhaisajyaguru. Dank ihrer vollständigen Anleitung
in das Eintreten in sein Mandala gelang es, sich mit dem Meister des Heilens im Lapislazuliglanz zu verbinden.

Der Medizinbuddha repräsentiert die Vereinigung von Leerheit und Glückseligkeit
und ist von wundervollem Regenbogenlicht umgeben. In einem Augenblick wurde
alles offen und klar, so wie die Weite des Himmels selbst. Sein Lichtkörper, durchsichtig, transparent und strahlend im lapislazuliblauen Ganz, erfüllte uns
und alle Universen mit seinem heilendem Licht und es entstand tiefes Vertrauen
und der innigste Wunsch, alle Lebewesen von ihrem Leiden zu befreien.
Sein Mantra zu rezitieren hilft, den Pfad zu verwirklichen und stellt den Segen
des vollkommenen Weges innerhalb unseres Herzens her.

Unsere geschätzte Lehrerin komplettierte das Retreat mit der langen Lebenspraxis
der weißen Tara, der Beschützerin, die Mutter aller Buddhas der drei Zeiten, der weibliche Buddha von höchster Weisheit und Mitgefühl. Die weiße Tara schützt
vor vorzeitigem Tod, gewährt Gesundheit, ein langes Leben und Frieden.
Weiterhin machte uns Chöla Birgit vertraut mit verschiedenen Atemtechniken (Pranayama) und schulte uns auch ganz praktisch darin, wie ein Altar aufgebaut
und Opfergaben richtig dargebracht werden.
Im Zusammenhang mit dem Sutra „Ein Berg von Glückverheißung“ erläuterte sie detailliert die im Text verwendete Symbolik der „acht Glückssymbole“, so dass wir
ein tieferes Verständnis entwickeln konnten.

Wir verbrachten bedeutsame und bewegende Tage im Kamalashila und sind
unendlich dankbar, dass wir die unschätzbar wertvolle Praxis des Medizinbuddha gemeinsam erfahren konnten. Zum Abschluss des Retreats bekamen wir von einem Dharma Mitschüler wunderschöne Medizinbuddha-Tsatsas überreicht, die er liebevoll
angefertigt hatte, welch eine Freude!

In tiefer Verbundenheit und Wertschätzung danken wir unserer verehrten Lehrerin
von ganzem Herzen für Ihre große Sorgfalt, Achtsamkeit, Herzlichkeit und Leichtigkeit, mit der sie uns nun schon so viele Jahre den Dharma unterricht.
Gemeinsam widmeten wir diese segensreiche Praxis mit dem Wunsch, selbst den Zustand des Medizinbuddha zu erlangen, um das Wohl aller Lebewesen bewirken
zu können und ihnen Befreiung und das unvergleichliche Glück der Erleuchtung zu bringen. Mögen wir in allen Leben mit der besten Medizin gegen alle Leiden
verbunden sein, dem Dharma, insbesondere der höchsten Weisheit.


25.+26. November 2017 Weiterstadt – “Die Vollkommenheit der Konzentration“

25.+26. November 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~
„Die Vollkommenheit der Konzentration“

Das Thema des 6. Lamrim Wochenendes lautete: „Unerschütterlich werden –
Die Vollkommenheit der Konzentration.“
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das letzte Lamrim Wochenende galt der sechsten Paramita, der Vollkommenheit der Konzentration. Diese Art der Konzentration ist eine ganz besondere, denn sie ist verbunden mit Bodhicitta und erst dadurch wird sie eine Vollkommenheit. Konzentration lässt sich erlangen, wenn eine saubere Ethik praktiziert wurde und die wiederum braucht eine gute Großzügigkeit. Die Großzügigkeit schützt die Ethik vor der Anhaftung und die Geduld schützt die Ethik vor der Aversion. Wenn man diese drei Vollkommenheiten erreicht hat, kann die ethische Disziplin gut gedeihen; gleichzeitig brauchen wir aber auch viel Tatkraft.

Chöla Birgit Schweiberer: “Die Konzentration steht aber nicht für sich, sie hat auch wieder ein Ziel, sie dient der Weisheit. Die Konzentration an sich, wenn sie keinem weiteren Zweck als der Konzentration selber dient, hat wenig Sinn, außer man verwendet sie für das Stabilisieren und Ausweiten der heilsamen Handlungen und für das Vertiefen von Weisheit. Wir verwenden die Konzentration sozusagen als Grundlage für Methoden und Weisheit”.

Es gibt zwei Arten der Entwicklung und Übungen, um weitreichende, geistige Stabilität zu entwickeln. Die Meditation der Geistesruhe (tib.: Shine, skt.: Shamata) führt zu einem Geisteszustand, der auf einem Objekt ruhig, einspitzig und felsenfest verweilen kann und gleichzeitig beweglich und geschmeidig ist, ohne jede Müdigkeit und Erregbarkeit. Er gleicht der ungestörten Oberfläche eines Sees, der alles klar widerspiegelt; dies ist die Basis für die Entwicklung von Entsagung und Bodhicitta.

Auf der Grundlage von Shine/Shamata entsteht Einsichtsmeditation (tib.: Lhaktong, skt.: Vipassana), und man erlangt einen außergewöhnlichen, wahrnehmungsstarken Geisteszustand, der sich auf das Erkennen der Natur des eigenen Geistes richtet, frei von Flatterhaftigkeit und Trägheit und dualistischen Konzepten. Vipassana kann nur auf der Grundlage von Shamata entwickelt werden, denn nun erfährt der Geist erhabene Glücksgefühle verbunden mit einer großen Leistungsfähigkeit der Konzentrierung.

Die Entwicklung von Konzentration und Einsgerichtetsein erfordert Beharrlichkeit und wir müssen dafür viele Voraussetzungen schaffen: Eine gute moralische Disziplin, Genügsamkeit und Zufriedenheit, Nachdenken über die grundlegende Praxis und den Wunsch nach Freiheit und Erleuchtung entwickeln, dabei Gegenmittel anwenden, Faulheit überwinden, Begeisterung und Vertrauen hervorbringen, und Objekte, die Verblendungen erzeugen, beseitigen.
Wenn wir unseren Geist durch Konzentration und Meditation geschult haben, werden wir frei von Täuschungen und Anhaftungen, so dass wir Freude, Mitgefühl und Weisheit erfahren können. Bereits in diesem Leben wird unser Körper und Geist in einem glückseligen Zustand erfüllt sein, voller körperlicher Leistungsfähigkeit, und wird uns dadurch ermöglichen, leidenden Wesen zu helfen.


21.+22. Oktober 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ „Die Vollkommenheit der Einsatzfreude“

Das Thema des 5. Lamrim Wochenendes lautete: „Ohne Fleiß kein Preis –
Die Vollkommenheit der Einsatzfreude.“
Unterweisung von der Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Die „Vollkommenheit der Tatkraft“ ist die erleuchtete Qualität von Vitalität, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen, Fleiß, Begeisterung und beständiger Anstrengung. Unsere verehrte Lehrerin Chöla Birgit wählte den Begriff der Einsatzfreude, denn er betont das Prinzip der Freude, und die Freude am
„Heilsamen Tun“ ist eine wichtige Voraussetzung der Tatkraft!
Die Tatkraft sollte für uns keine Mühsal, keine Pflicht und keine Entbehrung sein, sondern eine Freude daran, dass wir an Ursachen arbeiten, die uns selbst und anderen zugutekommen und positive Qualitäten ansammeln.

Zuerst bringen wir beste, positive Motivation hervor: Bodhicitta und denken über die Vor-und Nachteile der Tatkraft nach. Im Mahāyānasūtrālamkāra [Maitreya] heißt es, dass die „Vollkommenheit der Tatkraft“ die höchste aller Tugenden ist, denn durch
sie erlangt man die Buddhaschaft. Die „rüstungsgleiche Einsatzfreude“ besagt, dass
wir uns nicht entmutigen lassen, egal wie viele Äonen es dauern mag. Ein solcher Gedanke hat das Ziel Heilsames anzusammeln und für Lebewesen zu wirken. Dies bedingt, dass wir unendlich viele Verdienste ansammeln!

Die hinderlichen Faktoren sind die drei Arten von Faulheit. Wir verlieren uns in sinnloser, weltlicher Geschäftigkeit, fühlen uns mutlos und schwach, und haben eine übermäßige Tendenz zum Nichtstun, sprich: Bequemlichkeit. Die hinderlichen Faktoren lassen sich beseitigen, indem wir über Unbeständigkeit, Vergänglichkeit und Tod, die niederen Daseinsbereiche und über die kostbare menschliche Geburt nachdenken.
Die vier stützenden Kräfte, die der Faulheit entgegenwirken und die Tatkraft vermehren sind: Motivation und Wunsch, Durchhaltevermögen und Ausdauer, Freude und Begeisterung, sowie Ruhepause und Rückzug.
Auf diesen Grundlagen sind wir entschlossen, die Einsatzfreude zu kultivieren und auf der Basis eines konzentrierten Geistes werden wir in der Lage sein, heilsames Tun auch unter Schwierigkeiten und Mühen fortzusetzten.

Am Sonntag nahmen wir gemeinsam die Bodhisattva-Gelübde. Auf diese Weise können wir Hindernisse aus der Vergangenheit bereinigen, jeden Tag unermesslich viele Verdienste ansammeln und den Erleuchtungsgeist hervorbringen.

Atisha [982-1054 Lampe auf dem Pfad]:
Wenn die positive Kraft von Bodhicitta eine Form besäße,
würde sie den Weltraum vollständig ausfüllen und sogar über ihn hinausgehen.
Selbst wenn jemand die Buddha-Felder, deren Anzahl den Sandkörnern
des Ganges gleicht, mit Juwelen füllen sollte und sie den Beschützern
der Welt darbringen würde, so wäre doch die Gabe von jemandem,
der seine Handflächen aneinanderlegt und seinen Geist auf Bodhicitta ausrichtet, wesentlich selbstloser; diese Gabe wäre endlos.“

 


☀️🌈🌸Fünf-Tages-Retreat🌸🌈☀️ “H E I L U N G von K Ö R P E R und G E I S T”

Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer
“H E I L U N G von K Ö R P E R und G E I S T”
5. bis 10. Februar 2018 im Kamalashila-Institut (Eifel)

Heil-Meditationen und Rezitationen, Qi-Gong, Yoga, gemeinsame meditative Spaziergänge in der Natur.

Diese fünf-tägige Praxis-Klausur richtet sich an alle, die buddhistische Praktiken üben möchten, die sich besonders für die VORBEUGUNG und HEILUNG von gesundheitlichen Problemen bewährt haben.

Da nach buddhistischer Auffassung alle Krankheiten auf geistige Ursachen zurückzuführen sind, sollte auch die Heilung von Krankheiten zumindest eine bedeutsame geistige Komponente haben.

Gesundheit ist kostbar und der tägliche Berufs- und Familienstress nehmen mit zunehmendem Alter meist mehr Energie in Anspruch, als wir durch unsere wenige Freizeit wieder auffüllen können. So entstehen Energiemangel, Erschöpfung und Gesundheitsstörungen.

Auch Praktizierende der buddhistischen Lehre brauchen für eine erfolgreiche Praxis einen gesunden Körper und einen gesunden Geist. Vor allem Personen, die in therapeutischen Berufen tätig sind, können in ihrer Arbeit von einer Unterstützung durch spirituelle Methoden sehr profitieren. Sie macht die therapeutische Arbeit wirksamer und gibt dem Therapeuten die Kraft zurück, im therapeutischen Prozess weiterhin mit Freude geben zu können.

Viele buddhistische Praktiken haben sich für den Erhalt und die Wiederherstellung körperlicher Gesundheit besonders wirksam erwiesen, Übungen und Rezitationen des Medizinbuddhas auf der Sutra- und Tantra-Ebene, Praktiken der weißen Tara und des Buddha Amitabha, die Übung von Tong-Len (Geben und Nehmen), Rezitationen des Vajrasattva usw. Sie werden das Hauptthema der Woche unter Leitung von Dr. Birgit Schweiberer werden.

Dazu wird es die Möglichkeit zu täglichen Qi-Gong-Übungen geben, angeleitet von Barbara Kuhnert und einfache Yoga-Übungen, die der Entspannung beim längeren Sitzen in der Meditation gut tun.

🌸Bitte rechtzeitig anmelden. Die Teilnehmerzahl ist – wegen der Räumlichkeiten für Yoga und Qi-Gong auf max. 30 begrenzt🌸

Informationen und Anmeldung >> bei Frau Heike Sartorius
sartorius.power@gmail.com


Kyabje Dagri Rinpoche wird im November 2017 das Aryatara Institut besuchen und über die Drei Hauptaspekte des Weges lehren sowie eine Einweihung in die Grüne Tara geben

Kyabje Dagri Rinpoche in München

 

Wir haben das außerordentliche Glück, dass uns Kyabje Dagri Rinpoche besucht und vom 15. bis 18. November in München lehren wird.
 
Dagri Rinpoche ist ein sehr hoher Lama, der Seiner Heiligkeit Dalai Lama und Lama Zopa Rinpoche sehr nahe steht. Er ist die anerkannte Reinkarnation von einem der sechzehn Arhats aus der Zeit von Buddha Shakyamuni sowie von Serlingpa, dem berühmten Lojong-Meister des 10. Jahrhunderts. Seine vorhergehende Inkarnation stand dem jungen Vierzehnten Dalai Lama nahe und war u.a. Lehrer von Lama Yeshe.

Kyabje Dagri Rinpoche wird über den Lamrim-Text Drei Hauptaspekte des Weges von Lama Tsong Khapa lehren sowie eine Einweihung in die Grüne Tara geben. Vor der Einweihung besteht die Möglichkeit, Zuflucht zu nehmen.
 
Vorläufiger Zeitplan
 
Weitere Informationen über Dagri Rinpoche:
The Inspirational Dagri Rinpoche
Short biodata written by Losang Dragpa Centre, Malaysia
 
Wenn Du an einem oder allen Tagen teilnehmen möchtest, melde Dich bitte per E-mail an: ati@aryatara.de.

Bild: Nagarjuna Valencia


16.+17.September 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ „Die Vollkommenheit der Geduld“

Das Thema des 4. Lamrim Wochenende lautet: „Die Kunst sich nicht zu ärgern – Die Vollkommenheit der Geduld.”
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Unsere verehrte Lehrerin wählte an diesem Wochenende als Hauptgrundlage die
Texte von Lama Tsong Khapa [Lamrim Chen mo] mit den Kommentaren zum 6. Kapitel/ Bodhicharyavatara von Shantideva und weitere Texte von Asanga [Bodhisattvabhumīs] und Candrakīrti [Madhyamakavatara].

Die dritte der „Sechs Vollkommenheiten“, die wir auf dem Weg zur Erleuchtung üben, ist die „Vollkommenheit der Geduld“.
Die erste Art von Geduld ist, nicht ärgerlich zu werden auf die Personen, die uns Schaden zufügen. Die zweite Art der Geduld besteht darin, eigenes Leiden anzunehmen und zu ertragen. Die dritte Art von Geduld ist die Entschlossenheit,
unsere spirituelle Praxis trotz Mühen und Hindernisse nicht aufzugeben.

Geduld ist einer der kraftvollsten Geisteszustände, der uns lehrt, nicht ärgerlich zu werden und in schwierigen Situationen Ruhe und Besonnenheit zu bewahren. Sich intensiv mit den Nachteilen der Wut und den Vorteilen der Geduld zu beschäftigen ist ganz enorm wichtig. Bereits ein kleiner Moment von Geduld bewirkt im Leben
unendlich viel Gutes und Heilsames.
Shantideva gibt uns den Rat: Anstatt die ganze Erde mit Leder zu bedecken, wäre
es angemessen, die Sohlen seiner eigenen Füße in Leder zu hüllen; was bedeutet, dass wir unseren inneren Gegner aufgeben müssen: Unseren Ärger!

Chöla Birgit: „Wenn wir diese Geduld entwickeln, dann wird die Lehre sich nach und nach im eigenen Geist vertiefen, man wird „Feuer und Flamme“ und möchte sich ausschließlich der Lehre widmen. Das bedeutet natürlich eine große „Geduldsarbeit“. Wer die Geduld praktiziert und wer den Ärger überwinden kann, der hat auf diese Weise die Aversion gegen Lebewesen, Leiden und gegen die Praxis überwunden und damit ist das Haupthindernis, Lebewesen nah zu sein, zu helfen, schwierige Praktiken durchzuführen und sich auf dem Weg zur Erleuchtung zu schulen, überwunden!
Nun hat man überhaupt keine Hindernisse mehr bis zur Erleuchtung!

Die Praxis der Geduld hat nur Vorzüge in diesem und in zukünftigen Leben und bis
hin zur Erleuchtung, bringt es uns nur Vorteile und nicht einen einzigen Nachteil!“

2017.09. Weiterstadt Lamrim "die Vollkommenheit der Geduld"

 


20+21. Mai 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~

Die Vollkommenheit der ethischen Disziplin“

Das Thema des 4. Lamrim Wochenendes lautete: „Schaden vermeiden,
Nutzen bringen – „Die Vollkommenheit der ethischen Disziplin“

Unterweisung von Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das letzte Wochenende vor der Sommerpause handelte von der
zweiten Vollkommenheit, der „Vollkommenheit der ethischen Disziplin.“

Dr. Birgit Schweiberer unterrichtete dazu anhand der Texte von:

Lama Tsong Khapa [Lamrim Chen mo], Asanga [Bodhisattvabhumīs],

Candrakīrti [Madhyamakāvatāra], Nāgārjuna [Kommentar zum
Prajnāpāramitāsūtra] und Atiśa [Lampe auf dem Pfad], sowie Zitate von Śāntideva aus dem
Śikṣasamuccaya.

Die ethische Disziplin ist die zweite der sechs Vollkommenheiten, die der Buddha nach der Vollkommenheit der Großzügigkeit lehrte. Unsere Praxis der Großzügigkeit sollte immer durch eine ethische Lebensführung unterstützt werden.

Sie ist die Wurzel von allem zukünftigen Glück und die Hauptursache für eine Wiedergeburt als Mensch. Denn wenn wir erkennen, welche Nachteile unsere destruktiven Verhaltensweisen beinhalten, beginnen wir zu praktizieren, indem wir die unheilsamen Handlungen aufgeben und über die zahlreichen Vorzüge einer guten ethischen Disziplin nachdenken.

Chöla Birgit Schweiberer: „Die ethische Disziplin ist wie ein Feld, von dem alles entfernt wurde (Steine) und nun kann die Saat aufgehen; somit ist sie die unschätzbare Grundlage für das Anwachsen aller heilsamen Qualitäten.“

Die Praxis der ethischen Disziplin ist die Grundlage für ALLES und wer sie hat, kann darauf vertrauen, dass alle anderen Qualitäten ständig zunehmen werden. Mit Bodhicitta werden nach und nach alle Handlungen eine Ursache für die Erleuchtung und werden uns nach und nach zur Erleuchtung bringen.“

Am Seminarende erhielten wir eine ausführliche Erläuterung über die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes mit den 18 Hauptübertretungen und 46 Nebenregeln. Das Nehmen und Einhalten von Gelübden wird als Grundlage und Stütze auf dem buddhistischen Weg praktiziert.

Chöla Birgit machte uns die Vorzüge dieser kostbaren und umfassenden Praxis wiederholt bewusst, denn diese Gelübde zeigen uns, welches Verhalten es zu vermeiden gilt und weisen uns den Weg, der bis zur Erleuchtung führt. Gemeinsam nahmen wir anschließend mit großer Freude die Bodhisattva-Gelübde.

Und wenn es eine körperliche Form besäße, so würde das Verdienst der altruistischen Absichten den ganzen Raum vollständig ausfüllen und noch weit darüber hinaus reichen. Und würde jemand so viele Buddhaländer, die wie Sandkörner im Flusse Ganges sind, mit Juwelen anfüllen, um sie dem Beschützer der Welt, dem Buddha darbringen, so würde dies doch übertroffen werden von jemandem der Gabe hat, die Hände zu falten und seinen Geist der Erleuchtung zuzuneigen. Denn eine solche ist grenzenlos!“
Atiśa [Lampe auf dem Pfad]

2017.05. Weiterstadt Vollkommenheit der ethischen Disziplin