14./15.09.und 26./27.10.2019. Weiterstadt/Studienprogramm – Mahayana Uttaratantra Shastra

Thema: Mahayana Uttaratantra Shastra  (Uttaratantra, erhabenes, höchstes Kontinuum).
Unterweisung: von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)


Im September 2019 begann unsere verehrte Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer
das neue Studienjahr mit dem Mahayana-Uttaratantra-Shastra (Uttaratantra, erhabenes, höchstes Kontinuum).
Dieses Shastra (Lehrwerk) wird Buddha Maitreya beigemessen und von seinem Hauptschüler Arya Asanga in Versform aufgeschrieben und in Prosa kommentiert.

Das Mahayana-Uttaratantra-Shastra gehört zu den grundlegenden Werken der buddhistischen Lehre des Mahayana, der Tathagatagarbha-Literatur, in der die
Natur des Geistes, ihre klare Erkenntnisfähigkeit und Leerheit, dargelegt wird.
Dieses ununterbrochene Kontinuum ist ausgestattet mit guten Qualitäten und
bildet die eigentliche Grundlage zur vollkommenden Buddhaschaft aller Lebewesen.

Der Text wird „höchstes Kontinuum“ [Tantra] genannt, da es sich auf etwas bezieht,
das durchgehend ist und ohne Unterbrechung besteht, die Natur des Geistes:
Das unzerstörbare, bereits immer vorhandene und reine Potenzial, welches wir jetzt besitzen und immer besitzen werden.
Da allen Lebewesen die Leerheit des Geistes und heilsame Faktoren innewohnen,
sind sie in der Lage, den Wunsch nach Erleuchtung, den Pfad zur Erleuchtung
und damit das Resultat Erleuchtung zu entwickeln. Daher haben alle Lebewesen
die Buddhanatur, welche selbst im Zustand der Buddhaschaft niemals verloren
gehen kann.

Somit beschreibt dieses bedeutsame Shastra den Weg zur Erleuchtung und bietet
die Grundlage dafür, dass wir als gewöhnliches Lebewesen in der Lage sind, unser letztendliches Potential zu entfalten und vollkommene Erleuchtung zu erlangen.

Das Mahayana-Uttaratantra-Shastra lehrt die „sieben Vajra-Punkte“ als Pfad:  (1) Buddha, (2) Dharma, (3) Sangha, (4) Element [die Buddha-Natur, Tathagatagarbha],
(5) Erleuchtung, (6) Qualitäten [der Erleuchtung], (7)  Buddha-Aktivitäten.

In den beiden Wochenenden führte uns Dr. Birgit Schweiberer durch die Verse
1 bis 42 und wir erhielten eingehende und tiefgründige Erklärungen zu dem
Mahayana Text, beginnend mit den drei Juwelen: Buddha, Dharma und Sangha
bis zum 4.Vajra-Punkt, die Buddha-Natur [Tathagatagarba].

Am Sonntagmorgen nahmen wir erneut gemeinsam die Zuflucht- und Bodhisattva Gelübde um die Bodhisattva Motivation in uns zu reinigen, zu erneuern und
zu stärken. Damit erinnern wir uns immer wieder an ihre Bedeutung und können
unsere positiven und heilsamen Handlungen weiter entwickeln und vermehren
zum Wohle aller Lebewesen.


18./19.05. und 15./16.06.2019 Weiterstadt/Studienprogramm Herzsutra 1.+ 2.

Thema: 18./19.05.+15./16.06.2019 –  Wochenende: Das Herz-Sutra – Sutra von der Essenz der Vollkommenheit der Weisheit [Arya- bhagavati- prajna-paramita-hridaya]
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Zu unserer großen Freude unterrichtete Dr. Birgit Schweiberer in den beiden Wochenenden im Mai und Juni das Sutra der höchsten Weisheit: das Herz-Sutra [Prajnaparamita]. Dieses Sutra ist das kürzeste innerhalb des umfangreichen
und bedeutenden Mahaprajnaparamita-Hridya-Sutra und gehört zu den wichtigsten Texten im Mahayana Buddhismus.

Es ist ein überaus bekanntes und beliebtes Mahayana Sutra und ebenso eines
der komprimiertesten Versionen der gesamten Prajnaparamita Sutren, welches
die Essenz über die Vollkommenheit der Weisheit beinhalten.

Es wird auch als „die Mutter aller Buddhas“ bezeichnet, weil es die Weisheit
vermittelt, die die Leerheit erkennt und den Pfad der Leerheit, die endgültigen
Natur der Wirklichkeit, enthüllt. Alle wesentlichen Punkte sind darin enthalten!
Das Sutra wird verglichen mit dem Herz eines Lebewesens, dem Ursprung der embryonalen Entwicklung, von dem alles Werden ausgeht. Gleichzeitig ist es auch
die Stelle, indem sich im Tode die Winde wieder zurückziehen, auflösen und das Bewusstsein von dort in die nächste Existenz geht. 

Dr. Birgit Schweiberer begann ausführlich mit den geschichtlichen Begründungen, erläuterte präzise und transparent die umfassende Bedeutung u.a. der beiden Hauptaspekte: 1.die allgemeine Bedeutung, 2.Bedeutung der Teile des Sutra, dem allgemeinen und besonderen Prolog und ferner die Pfade der Ansammlung und der Vorbereitung, die fünf Aggregate und 12 Sinnesquellen, das Objekt der Verneinung,
die vier Tiefgründigkeiten, die 2.5. und 7fachen Begründungen, das Abhängige Entstehen, Ursache und Wirkung, die Zwei Wahrheiten und Vier Anwendungen,
die Vier Edlen Wahrheiten und 12 Glieder des abhängigen Entstehens, den Vajragleichen Samadhi. Erklärungen zum Mantra/ Praxis der Vollkommenheit
der Weisheit und die Fünf Pfade.

Dr. Birgit Schweiberer: „Das Herzsutra vermag im eigenen Geist Hindernisse zu beseitigen. Das Haupthindernis ist die Vorstellung von inhärenter Existenz und alle anderen sind sekundär und kommen von dieser falschen Vorstellung.
Das Sutra kann praktiziert werden, indem es gelesen und darüber meditiert wird.
Ebenfalls könnt ihr das Mantra auch ohne Sutra regelmäßig rezitieren, z.B. vor wichtigen Unternehmungen und Reisen, zugleich wird es vor bedeutenden
Teachings traditionell gelesen, um Hindernisse zu bereinigen und auch in der japanischen Tradition als Heilpraxis angewendet. Das Mantra hat eine große Kraft
und ich lege es euch dringend ans Herz!“ 

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09.-15. März 2019. Meditations-Retreat im Kamalashila-Institut (Eifel) Thema: „Leerheit und weiße Tara.“ Seminarleitung: Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer

Unter der Leitung unser geschätzten Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer fanden wir uns wieder zusammen im segensreichen Feld des Kamalashila-Klosters in der Eifel.

Im diesjährigen Retreat war das Thema die Vertiefung der „Vollkommenheit der Weisheit – Leerheit“ in Verbindung mit der Praxis der weißen Tara, die ein langes Leben und Weisheit verleiht und uns von den verschiedenen Arten von Leiden und Ängsten befreit. Im Mahayana gilt es die Weisheit zum Nutzen aller Lebewesen zu verwirklichen, viel Mitgefühl zu praktizieren und Verdienste  anzusammeln. Diese Motivation sollte in den kommenden Tagen ganz besonders betont werden.

Der Tag begann mit Rezitationen und dem Hervorbringen von Bodhicitta im eigenen Geist und Niederwerfungen vor den 35 Bekenntnis-Buddhas. Diese kraftvolle Praxis bereinigt viele Hindernisse und kann den Geist sehr anheben, so dass er in eine tiefe Freude kommt.  
Die Praxis der weißen Tara [Darbringung der vier Mandalas an Chittamani] gemeinsam mit der Chenrezig Puja führen zu einer großen, innere Klarheit und freudigen Inspiration und bildeten eine vortreffliche Ergänzung zu den analytischen Meditationen über Leerheit.

Eingebettet in die wunderbaren, farbenfrohen und tiefgründigen Pujas folgten Kontemplationen über Buddhanatur, Bodhicitta und Daseinsbereiche, weiterhin Meditationen u.a. über die Leerheit des Körpers, des Geistes, der Phänomene und der Person (Identität und Differenz – zweiteilige Begründung), siebenteilige Begründung/ Beweislegung [Arya Chandrakirti] und die Diamantsplitter-Begründung [Acharya Nagarjuna]: „NICHTS entsteht irgendwann oder irgendwie aus sich selbst, NICHTS aus etwas anderem, aus beiden oder ohne Ursache.

Dieser  wichtige Gedankengang wird bei Chandrakirti an Hand einem Beispiels von Samen und Sprössling erklärt und lässt sich übertragen auf den eigenen Geist und Körper, die eigene Person und eigene Erfahrungen.
Dies gibt außerordentlich wichtige Aufschlüsse über die Art und Weise, wie Dinge existieren: nicht endgültig und absolut, sondern nur als relative, konventionelle Phänomene; eine ihnen innewohnende, „inhärente” Existenz wird folglich negiert.

So verweilten wir in den heilsamen Räumen des Kamalashila Klosters, in denen wir freundschaftlich aufgenommen und herzlich versorgt wurden und uns wieder sehr wohl gefühlt haben. Viele reichlich geschmückte Opferschalen, Blumen und zahlreiche große und kleine Tsa Tsa der weißen Tara waren aufgestellt. Die Elemente in uns und im Raum waren voller Energie und es schien, als  würde sich diese Kraft in der Umgebung widerspiegeln; Wind, Wolken, Sonne, Regen und Schnee wechselten kraftvoll ihre Dynamik.

Ein weiteres, aufschlussreiches und bedeutsames Retreat endete und wir wurden zu unserer großen Freude mit den wunderschönen Tsa Tsa der weißen Tara beschenkt, die unser Dharma Bruder Thomas liebevoll angefertigt hatte. Die heilsame Tara Energie widmeten wir S.H. dem Dalai Lama und S.H. dem Karmapa, ihre nutzbringenden Aktivitäten und ihr Wirken geben vielen Lebewesen Halt und Richtung.

Wir danken unserer lieben, verehrten Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer für ihre Geduld und ihr starkes Einfühlungsvermögen, die klaren Anleitungen und die präzisen Unterweisungen, mit der sie uns jedes Mal freudig durch die umfangreichen Meditationen und Belehrungen führte.

Vor allem auch ein herzliches Dankeschön, liebe Chöla Birgit, für deine Zeit und Mühe und die langen Wege, die du niemals scheust und immer auf dich nimmst, um uns den Dharma zu unterrichten und zu vertiefen….immer weiter, direkt hinein in unser Herz!




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09. + 10.02.2019. Weiterstadt / Studienprogramm Lamrim ~ Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 5

Thema des 6. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit:
„Die beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“ (Guy Newland, “The Two Truths”).

Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Im ersten Wochenende des neuen Jahres ging es weiter mit dem komplexen Thema der „beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“: 5. Definitionen der beiden Wahrheiten, 6. Bedeutungen, 7. Einteilungen der konventionellen Realität.

Dr. Birgit Schweiberer gab vollständige und präzise Erklärungen zu den weiteren Themen der „beiden Wahrheiten“: konventionelle und letztendliche Realität, gültige Erkenntnisse, (pratyaksa/anumana), Bewusstseinsarten eines Buddhas, dualistisches Bewusstsein, direkte Erkenntnis der Leerheit, Wahrheiten für ein getäuschtes Bewusstsein und „Falschheiten“, fehlerfreie und fehlerhafte Sinneskräfte, tiefe und oberflächliche Ursachen für Irrtum sowie Kriterien für konventionell Existierendes.

Was genau ist die Weisheit, die wir erlangen wollen? Sie muss DAS Gegenstück sein zu der Unwissenheit, die die Wurzel des Daseinskreislaufs ist. Die Weisheit, die die Leerheit erkennt, ist ein Subjekt und sie hat ein Objekt, nämlich die Leerheit. Subjekt und Objekt bedingen sich gegenseitig.

Ein Objekt, das der Unwissenheit erscheint, erscheint so, als wäre es für sich ein feststehendes „Ding“, ein durchgehendes Ganzes, das nicht auf Aspekten und Teilen beruht, ein relativ stabiles Objekt, abgeschnitten von seinen Ursachen und auch während es besteht, nicht weiter beeinflusst von Ursachen und getrennt vom eigenen Bewusstsein. Es erscheint dem Bewusstsein als inhärent! Das heißt, das Subjekt Unwissenheit nimmt Dinge als inhärent existent wahr.

Wenn wir ein Subjekt hervorbringen, das die Weisheit, sprich, Leerheit erkennt, dann hat diese Weisheit ein genau entgegengesetztes Objekt, nämlich nicht inhärente Existenz, sondern das Fehlen von inhärenter Existenz und nicht das Vorhanden-Sein von einem unabhängigen Phänomen, sondern das NICHT Vorhandensein eines unabhängigen Phänomens. Die Unwissenheit ist die Wurzel des Daseinskreislaufs, die an unabhängigen objektiven Dingen festhält. Sie erzeugt Anhaftung und Abneigung und damit eine ständige Initiative, verblendete Handlungen hervorzubringen. Daraus entstehen Geisteseindrücke, die als Ursachen wirken für Geburten im Daseinskreislauf, mit fünf befleckten Aggregaten, unter der Kontrolle von Alter, Krankheit und Tod. 

Die „beiden Wahrheiten“ fehlerfrei zu erkennen ist der entscheidendste Aspekt der Weisheit. Denn die Weisheit, die die Leerheit erkennt, löst alle unsere Täuschungen auf, dadurch kommen verblendete Handlungen nicht mehr zustande und der Daseinskreislauf versiegt.

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03.+ 04.11.2018. Weiterstadt/ Studienprogramm Lamrim/Weisheit entwickeln-Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 4

Thema des 5. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit:
„Die beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“ (Guy Newland, “The Two Truths”).
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Am letzten Lamrim Wochenende diesen Jahres unterrichtete unsere verehrte
Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer anhand von Versen die zwei Wahrheiten:
konventionelle Wirklichkeit/Realität (Saṃvṛtti) und letztendliche Wirklichkeit /Realität (Parāmārtha). Die Gliederung dazu war: Grundlage der Unterteilung, die beiden Wahrheiten sind eine Dichotomie, Beziehung der beiden untereinander, Definitionen, Bedeutungen, Einteilungen der konventionellen Realität, die weltliche Perspektive, Einteilungen der letztendlichen Realität.

Saṃvṛtti steht für verschiedene Bedeutungen: Das, was gründlich (tief) verdeckt (täuscht), also etwas, das den wahren Sachverhalt verbirgt: es ist eine Wahrheit
für ein grundlegendes, getäuschtes bzw. verschleiertes Bewusstsein.
Es ist nicht ein nicht-existentes Phänomen, sondern ein abhängiges Phänomen!
Das getäuschte Bewusstsein aber hält diesen Fakt jetzt für vollkommen wahr und
die Erscheinungsweise und die Bestehensweise für vollkommen im Einklang und
das bedeutet: Wahrheit für ein getäuschtes Bewusstsein!

Parāmārtha, die letztendliche Wahrheit/Wirklichkeit sagt aus, dass kein Phänomen unter der Analyse gefunden werden kann. Am Ende findet man immer die Leerheit!
Sie ist die Eigenschaft und die wahre Natur eines jeden Phänomens und wird nur
von einem Bewusstsein, das frei von allen dualistischen Täuschungen ist, erfahren.

Die Zwei Wahrheiten sind ein sehr tiefgründiges und umfangreiches Thema.
Probleme entstehen daraus, dass wir die endgültige, letztendliche Wahrheit
nicht realisieren. Die Unwissenheit des Festhaltens am Selbst ist der Ursprung
aller unsere Hindernisse und der einzige Weg sie zu beseitigen ist, die Leerheit
der Phänomene zu realisieren.

Dr. Birgit Schweiberer führte uns Schritt für Schritt in einer ausführlichen und
komplexen Meditation durch die Methode, die die Leerheit nachweist, „die siebenfache Beweisführung“. Am Abend rezitierten wir gemeinsamen die Praxis der grünen Tara. Tara verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und ist die wahre Natur unserer eigenen inneren Weisheit. Die Rezitation ihres kraftvollen Mantra beschützt vor allen Hindernissen.

Wir [Schüler] schätzen uns sehr glücklich ein weiteres, bedeutsames Jahr der
kostbaren Dharma Unterweisungen von unserer verehren Lehrerin erhalten zu
haben und sind erfüllt von großer Dankbarkeit für die anregenden und profunden
Belehrungen, die Sie stets mit Ausdauer, Herzlichkeit und viel Geduld ausübt.

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