18./19.05. und 15./16.06.2019 Weiterstadt/Studienprogramm Herzsutra 1.+ 2.

Thema: 18./19.05.+15./16.06.2019 –  Wochenende: Das Herz-Sutra – Sutra von der Essenz der Vollkommenheit der Weisheit [Arya- bhagavati- prajna-paramita-hridaya]
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Zu unserer großen Freude unterrichtete Dr. Birgit Schweiberer in den beiden Wochenenden im Mai und Juni das Sutra der höchsten Weisheit: das Herz-Sutra [Prajnaparamita]. Dieses Sutra ist das kürzeste innerhalb des umfangreichen
und bedeutenden Mahaprajnaparamita-Hridya-Sutra und gehört zu den wichtigsten Texten im Mahayana Buddhismus.

Es ist ein überaus bekanntes und beliebtes Mahayana Sutra und ebenso eines
der komprimiertesten Versionen der gesamten Prajnaparamita Sutren, welches
die Essenz über die Vollkommenheit der Weisheit beinhalten.

Es wird auch als „die Mutter aller Buddhas“ bezeichnet, weil es die Weisheit
vermittelt, die die Leerheit erkennt und den Pfad der Leerheit, die endgültigen
Natur der Wirklichkeit, enthüllt. Alle wesentlichen Punkte sind darin enthalten!
Das Sutra wird verglichen mit dem Herz eines Lebewesens, dem Ursprung der embryonalen Entwicklung, von dem alles Werden ausgeht. Gleichzeitig ist es auch
die Stelle, indem sich im Tode die Winde wieder zurückziehen, auflösen und das Bewusstsein von dort in die nächste Existenz geht. 

Dr. Birgit Schweiberer begann ausführlich mit den geschichtlichen Begründungen, erläuterte präzise und transparent die umfassende Bedeutung u.a. der beiden Hauptaspekte: 1.die allgemeine Bedeutung, 2.Bedeutung der Teile des Sutra, dem allgemeinen und besonderen Prolog und ferner die Pfade der Ansammlung und der Vorbereitung, die fünf Aggregate und 12 Sinnesquellen, das Objekt der Verneinung,
die vier Tiefgründigkeiten, die 2.5. und 7fachen Begründungen, das Abhängige Entstehen, Ursache und Wirkung, die Zwei Wahrheiten und Vier Anwendungen,
die Vier Edlen Wahrheiten und 12 Glieder des abhängigen Entstehens, den Vajragleichen Samadhi. Erklärungen zum Mantra/ Praxis der Vollkommenheit
der Weisheit und die Fünf Pfade.

Dr. Birgit Schweiberer: „Das Herzsutra vermag im eigenen Geist Hindernisse zu beseitigen. Das Haupthindernis ist die Vorstellung von inhärenter Existenz und alle anderen sind sekundär und kommen von dieser falschen Vorstellung.
Das Sutra kann praktiziert werden, indem es gelesen und darüber meditiert wird.
Ebenfalls könnt ihr das Mantra auch ohne Sutra regelmäßig rezitieren, z.B. vor wichtigen Unternehmungen und Reisen, zugleich wird es vor bedeutenden
Teachings traditionell gelesen, um Hindernisse zu bereinigen und auch in der japanischen Tradition als Heilpraxis angewendet. Das Mantra hat eine große Kraft
und ich lege es euch dringend ans Herz!“ 


09.-15. März 2019. Meditations-Retreat im Kamalashila-Institut (Eifel) Thema: „Leerheit und weiße Tara.“ Seminarleitung: Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer

Unter der Leitung unser geschätzten Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer fanden wir uns wieder zusammen im segensreichen Feld des Kamalashila-Klosters in der Eifel.

Im diesjährigen Retreat war das Thema die Vertiefung der „Vollkommenheit der Weisheit – Leerheit“ in Verbindung mit der Praxis der weißen Tara, die ein langes Leben und Weisheit verleiht und uns von den verschiedenen Arten von Leiden und Ängsten befreit. Im Mahayana gilt es die Weisheit zum Nutzen aller Lebewesen zu verwirklichen, viel Mitgefühl zu praktizieren und Verdienste  anzusammeln. Diese Motivation sollte in den kommenden Tagen ganz besonders betont werden.

Der Tag begann mit Rezitationen und dem Hervorbringen von Bodhicitta im eigenen Geist und Niederwerfungen vor den 35 Bekenntnis-Buddhas. Diese kraftvolle Praxis bereinigt viele Hindernisse und kann den Geist sehr anheben, so dass er in eine tiefe Freude kommt.  
Die Praxis der weißen Tara [Darbringung der vier Mandalas an Chittamani] gemeinsam mit der Chenrezig Puja führen zu einer großen, innere Klarheit und freudigen Inspiration und bildeten eine vortreffliche Ergänzung zu den analytischen Meditationen über Leerheit.

Eingebettet in die wunderbaren, farbenfrohen und tiefgründigen Pujas folgten Kontemplationen über Buddhanatur, Bodhicitta und Daseinsbereiche, weiterhin Meditationen u.a. über die Leerheit des Körpers, des Geistes, der Phänomene und der Person (Identität und Differenz – zweiteilige Begründung), siebenteilige Begründung/ Beweislegung [Arya Chandrakirti] und die Diamantsplitter-Begründung [Acharya Nagarjuna]: „NICHTS entsteht irgendwann oder irgendwie aus sich selbst, NICHTS aus etwas anderem, aus beiden oder ohne Ursache.

Dieser  wichtige Gedankengang wird bei Chandrakirti an Hand einem Beispiels von Samen und Sprössling erklärt und lässt sich übertragen auf den eigenen Geist und Körper, die eigene Person und eigene Erfahrungen.
Dies gibt außerordentlich wichtige Aufschlüsse über die Art und Weise, wie Dinge existieren: nicht endgültig und absolut, sondern nur als relative, konventionelle Phänomene; eine ihnen innewohnende, „inhärente” Existenz wird folglich negiert.

So verweilten wir in den heilsamen Räumen des Kamalashila Klosters, in denen wir freundschaftlich aufgenommen und herzlich versorgt wurden und uns wieder sehr wohl gefühlt haben. Viele reichlich geschmückte Opferschalen, Blumen und zahlreiche große und kleine Tsa Tsa der weißen Tara waren aufgestellt. Die Elemente in uns und im Raum waren voller Energie und es schien, als  würde sich diese Kraft in der Umgebung widerspiegeln; Wind, Wolken, Sonne, Regen und Schnee wechselten kraftvoll ihre Dynamik.

Ein weiteres, aufschlussreiches und bedeutsames Retreat endete und wir wurden zu unserer großen Freude mit den wunderschönen Tsa Tsa der weißen Tara beschenkt, die unser Dharma Bruder Thomas liebevoll angefertigt hatte. Die heilsame Tara Energie widmeten wir S.H. dem Dalai Lama und S.H. dem Karmapa, ihre nutzbringenden Aktivitäten und ihr Wirken geben vielen Lebewesen Halt und Richtung.

Wir danken unserer lieben, verehrten Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer für ihre Geduld und ihr starkes Einfühlungsvermögen, die klaren Anleitungen und die präzisen Unterweisungen, mit der sie uns jedes Mal freudig durch die umfangreichen Meditationen und Belehrungen führte.

Vor allem auch ein herzliches Dankeschön, liebe Chöla Birgit, für deine Zeit und Mühe und die langen Wege, die du niemals scheust und immer auf dich nimmst, um uns den Dharma zu unterrichten und zu vertiefen….immer weiter, direkt hinein in unser Herz!




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09. + 10.02.2019. Weiterstadt / Studienprogramm Lamrim ~ Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 5

Thema des 6. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit:
„Die beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“ (Guy Newland, “The Two Truths”).

Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Im ersten Wochenende des neuen Jahres ging es weiter mit dem komplexen Thema der „beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“: 5. Definitionen der beiden Wahrheiten, 6. Bedeutungen, 7. Einteilungen der konventionellen Realität.

Dr. Birgit Schweiberer gab vollständige und präzise Erklärungen zu den weiteren Themen der „beiden Wahrheiten“: konventionelle und letztendliche Realität, gültige Erkenntnisse, (pratyaksa/anumana), Bewusstseinsarten eines Buddhas, dualistisches Bewusstsein, direkte Erkenntnis der Leerheit, Wahrheiten für ein getäuschtes Bewusstsein und „Falschheiten“, fehlerfreie und fehlerhafte Sinneskräfte, tiefe und oberflächliche Ursachen für Irrtum sowie Kriterien für konventionell Existierendes.

Was genau ist die Weisheit, die wir erlangen wollen? Sie muss DAS Gegenstück sein zu der Unwissenheit, die die Wurzel des Daseinskreislaufs ist. Die Weisheit, die die Leerheit erkennt, ist ein Subjekt und sie hat ein Objekt, nämlich die Leerheit. Subjekt und Objekt bedingen sich gegenseitig.

Ein Objekt, das der Unwissenheit erscheint, erscheint so, als wäre es für sich ein feststehendes „Ding“, ein durchgehendes Ganzes, das nicht auf Aspekten und Teilen beruht, ein relativ stabiles Objekt, abgeschnitten von seinen Ursachen und auch während es besteht, nicht weiter beeinflusst von Ursachen und getrennt vom eigenen Bewusstsein. Es erscheint dem Bewusstsein als inhärent! Das heißt, das Subjekt Unwissenheit nimmt Dinge als inhärent existent wahr.

Wenn wir ein Subjekt hervorbringen, das die Weisheit, sprich, Leerheit erkennt, dann hat diese Weisheit ein genau entgegengesetztes Objekt, nämlich nicht inhärente Existenz, sondern das Fehlen von inhärenter Existenz und nicht das Vorhanden-Sein von einem unabhängigen Phänomen, sondern das NICHT Vorhandensein eines unabhängigen Phänomens. Die Unwissenheit ist die Wurzel des Daseinskreislaufs, die an unabhängigen objektiven Dingen festhält. Sie erzeugt Anhaftung und Abneigung und damit eine ständige Initiative, verblendete Handlungen hervorzubringen. Daraus entstehen Geisteseindrücke, die als Ursachen wirken für Geburten im Daseinskreislauf, mit fünf befleckten Aggregaten, unter der Kontrolle von Alter, Krankheit und Tod. 

Die „beiden Wahrheiten“ fehlerfrei zu erkennen ist der entscheidendste Aspekt der Weisheit. Denn die Weisheit, die die Leerheit erkennt, löst alle unsere Täuschungen auf, dadurch kommen verblendete Handlungen nicht mehr zustande und der Daseinskreislauf versiegt.

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03.+ 04.11.2018. Weiterstadt/ Studienprogramm Lamrim/Weisheit entwickeln-Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 4

Thema des 5. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit:
„Die beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“ (Guy Newland, “The Two Truths”).
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Am letzten Lamrim Wochenende diesen Jahres unterrichtete unsere verehrte
Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer anhand von Versen die zwei Wahrheiten:
konventionelle Wirklichkeit/Realität (Saṃvṛtti) und letztendliche Wirklichkeit /Realität (Parāmārtha). Die Gliederung dazu war: Grundlage der Unterteilung, die beiden Wahrheiten sind eine Dichotomie, Beziehung der beiden untereinander, Definitionen, Bedeutungen, Einteilungen der konventionellen Realität, die weltliche Perspektive, Einteilungen der letztendlichen Realität.

Saṃvṛtti steht für verschiedene Bedeutungen: Das, was gründlich (tief) verdeckt (täuscht), also etwas, das den wahren Sachverhalt verbirgt: es ist eine Wahrheit
für ein grundlegendes, getäuschtes bzw. verschleiertes Bewusstsein.
Es ist nicht ein nicht-existentes Phänomen, sondern ein abhängiges Phänomen!
Das getäuschte Bewusstsein aber hält diesen Fakt jetzt für vollkommen wahr und
die Erscheinungsweise und die Bestehensweise für vollkommen im Einklang und
das bedeutet: Wahrheit für ein getäuschtes Bewusstsein!

Parāmārtha, die letztendliche Wahrheit/Wirklichkeit sagt aus, dass kein Phänomen unter der Analyse gefunden werden kann. Am Ende findet man immer die Leerheit!
Sie ist die Eigenschaft und die wahre Natur eines jeden Phänomens und wird nur
von einem Bewusstsein, das frei von allen dualistischen Täuschungen ist, erfahren.

Die Zwei Wahrheiten sind ein sehr tiefgründiges und umfangreiches Thema.
Probleme entstehen daraus, dass wir die endgültige, letztendliche Wahrheit
nicht realisieren. Die Unwissenheit des Festhaltens am Selbst ist der Ursprung
aller unsere Hindernisse und der einzige Weg sie zu beseitigen ist, die Leerheit
der Phänomene zu realisieren.

Dr. Birgit Schweiberer führte uns Schritt für Schritt in einer ausführlichen und
komplexen Meditation durch die Methode, die die Leerheit nachweist, „die siebenfache Beweisführung“. Am Abend rezitierten wir gemeinsamen die Praxis der grünen Tara. Tara verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und ist die wahre Natur unserer eigenen inneren Weisheit. Die Rezitation ihres kraftvollen Mantra beschützt vor allen Hindernissen.

Wir [Schüler] schätzen uns sehr glücklich ein weiteres, bedeutsames Jahr der
kostbaren Dharma Unterweisungen von unserer verehren Lehrerin erhalten zu
haben und sind erfüllt von großer Dankbarkeit für die anregenden und profunden
Belehrungen, die Sie stets mit Ausdauer, Herzlichkeit und viel Geduld ausübt.

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30.06.+01.07.2018.Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 2

Thema des 2. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit 2018:
“Alle Dinge haben zwei Seiten – konventionelle und endgültige Realität”
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

In unserem letzten Wochenende vor der Sommerpause ging es weiter mit der „Vollkommenheit der Weisheit“.
Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime) sprach zu Beginn eindringlich über
den Geistesfaktor Unwissenheit, der im geistigen Bewusstsein vorhanden ist und
den es zu überwinden gilt. Dieser Geistesfaktor Unwissenheit ist nicht ein bloßes
NICHT-Wissen, sondern ein AKTIVES – Fehlwissen: Demnach findet nicht nur
ein Nichtwissen über die Realität, sondern ein hin projizieren auf die Realität statt.
Diese Unwissenheit beeinflusst unser Bewusstsein in Bezug auf Phänomene
insofern, dass es auf jedes einzelne Phänomen Eigenexistenz,sprich inhärente Existenz, zuschreibt.

Das ist die Natur der Unwissenheit! Die Funktion der Unwissenheit ist das, was
uns die eigentlichen Probleme bereitet! Sie ist die Wurzel des Daseinskreislaufs.
In diesem Zusammenhang gab Chöla Birgit erneut bedeutsame Erklärungen
zu den „Zwölf Gliedern des Abhängigen Entstehens“; denn durch die Wurzel
allen Leidens (Unwissenheit), gehen Taten hervor und die bringen somit alle Manifestationen des Daseinskreislaufs hervor. Eleminieren wir die Wurzel von Samsara, endet der Daseinskreislauf.

Weiterhin folgten ausführliche Erklärungen zur Leerheit der Person an Hand
den Texten von Chandrakirti (7. Jahrhundert) aus dem zweiten Teil des
Madhyamakavatara, (tib.: dbu ma la ‘jug pa; „Eintritt in den Mittleren Weg“).
Hier heißt es, dass die Wurzel aller Probleme eine falsche Vorstellung von
inhärenter Existenz (vor allem) der Person ICH ist.

„Nachdem er erkannt hat,
dass alle Verblendungen und Fehler
aus der Ansicht der vergänglichen Ansammlung entstehen,
und dass deren Objekt das/ein Selbst ist,
widerlegt ein Yogi ein Selbst mit (analytischem) Verstand.“ [6.120]

Die „Ansicht der vergänglichen Ansammlung“ ist eine Unwissenheit, die sich auf
die Person ICH (und MEIN) bezieht und beinhaltet immer eine falsche Vorstellung
von inhärenter Existenz. Allen fühlenden Wesen ist das angeborene Festhalten
am Selbst gemeinsam; das ist die Wurzel von Samsara, aller Fehler und allen
Leidens und der Ursprung aller Verblendungen.

Mit Hilfe einer hervorragenden Präsentation wurden an Hand von Versen, Bildern
und Aufteilungen erneut tiefgehende Begründungen zum Nachweis der Leerheit
von inhärenter Existenz sehr eindrücklich und effizient beleuchtet.

So endete bei sommerlichen Temperaturen ein weiteres unvergessliches und wunderbares Wochenende mit unserer geschätzten Lehrerin, die mit großer
Geduld und Humor die vielen Begründungen der Leerheit immer wieder neu
erklärt und uns jedes Mal ein Stückchen näher bringt.

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21.+22. April 2018. Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim Weisheit entwickeln – Der Mittlere Weg (Madhyamaka)

Das Thema des 2. Lamrim Wochenendes 2018: 1. Sein oder Nicht-Sein ? – Einführung in die Leerheit aller Phänomene
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

An diesem und auch den folgenden Wochenenden wird unsere verehrte Lehrerin
Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime) die „Vollkommenheit der Weisheit“ darlegen. Ohne die Weisheit führen die anderen Disziplinen (der Vollkommenheiten) nicht
zur Buddhaschaft.

Diesmal wählte Chöla Birgit den maßgeblichen Text aus dem „mittleren Stufenweg“
von Lama Tsongkhapa (Lobsang Dragpa *1357 in Tsongkha; †1419), einstimmend weitere Texte von Chandrakirti (7. Jahrhundert) aus dem Mulamadhyamakakarika
und Madhyamakavatara, sowie von Nāgārjuna (ca. 2. Jahrhundert) aus seinem Ratnāvalī (Kostbare Girlande).

Die Vollkommenheit der Weisheit ist in drei Aspekte geteilt. In einem Teil davon
gilt es „nur“ die Leerheit zu erkennen: Die tiefste Realität der Phänome, die sich
auf ein endgültiges Phänomen/Leerheit bezieht. Der andere Teil der Vollkommenheit der Weisheit konzentriert sich auf konventionelle Phänomene (u.a. Ursache und Wirkung, die vier edlen Wahrheiten, die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens).
Der dritte Teil der Vollkommenheit der Weisheit handelt davon, wie man Methoden anwendet, die zum Nutzen anderer wirken.

Chöla Birgit: „Leerheit von inhärenter Existenz heißt,
die Phänomene, die existieren, haben etwas NICHT, ein Eigenwesen!
Sie existieren nicht aus sich SELBST heraus und unabhängig
von anderen Faktoren! Sie sind aber voll davon, in Abhängigkeit zu existieren.
Sie erscheinen einem gültigen Bewusstsein nur durch ein
Zusammenspiel von Objekt und Subjekt; und das ist es,
worüber wir in den kommenden Wochenenden sprechen werden.
Es liegt ganz alleine an uns, ob wir die Lehren studieren und praktizieren,
wir haben die hundertprozentige Verantwortung
!“

Die gedankliche Reise ging durch die Texte der großen Gelehrten und Wegbereitern, durch die uns Chöla Birgit voller Elan mit ihren wunderbaren Begründungen und bildhaften Erklärungen (verschiedenfarbige Papiere in einer Plastiktüte = Zuschreibung/Phänomene) führte. So wurden so manche beschwerlichen Stunden, gleichzeitig zu einem freudigen Wochenende!

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17.+18. März 2018 Weiterstadt/Studienprogramm Lamrim ~ „Die Vollkommenheit der Konzentration“

Thema des 1. Lamrim Wochenende 2018: „Unerschütterlich werden – Die Vollkommenheit der Konzentration.“
Unterweisung von Ehrw. Dr.Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Im ersten Lamrim Wochenende in Weiterstadt komplettierte Dr.Birgit Schweiberer
die ausführlichen Darlegungen der fünfte Paramita: „Die Vollkommenheit der Konzentration“.

Die Unterweisungen wurden an Hand einer eindrucksvollen und anregenden Präsentation gelehrt und enthielten u.a. umfassend und präzise die 6 Stadien
der geistigen Ruhe: 1.Voraussetzungen für geistige Ruhe schaffen,
2.Die eigentliche Art und Weise, geistige Ruhe zu erlangen, 3.Die neun Stadien geistiger Ruhe, 4.Wie die neun Stadien durch sechs Kräfte erlangt werden,
5.Vier Arten, den Geist auf das Objekt zu richten, 6.Wie auf diese Grundlage
eigentliche geistige Ruhe entsteht. Zudem wurden die Objekte für die Meditation
in Bezug zum „kleinen und großen Fahrzeug“ ausführlich erläutert.

Chöla Birgit: “Konzentration ist eine natürliche Fähigkeit des Geistes, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Wir alle haben ein Mindestmaß an Konzentration, das ist der objektfeststellende Geistesfaktor: Samadhi
(Tibetisch: Shine (Sanskrit, समाधि, samādhi „Versenkung, Sammlung“,
„anschauen, festmachen”) und dieser bewirkt, das der Geist einspitzig auf
einem Objekt verweilen kann.
Konzentration kann also enorm verfeinert werden und desto besser wird die
analytische geistige Arbeit. Sie ist eine universelle Praxis und verbindet alle
spirituellen Traditionen miteinander!

Praktiziert man Konzentration ohne Weisheit, ohne Entsagung und
ohne Bodhicitta, dann können keine spirituellen Pfade verwirklicht werden! Konzentration ist ein enorm wichtiges Mittel zum Zweck, es ist sozusagen
der Flaschenhals, durch den man hindurch muss, um Realisationen zu
erlangen. Dagegen können wir echte Entsagung, echtes Bodhicitta und
eine Weisheit über die Meditation in Bezug auf die Leerheit nur entwickeln,
wenn die Voraussetzung für Samadhi/Shine erlangt wird.”

2018.05.-10. Februar Meditationsretreat “HEILUNG von KÖRPER und GEIST”

2018.05.-10. Februar Meditationsretreat ~ Kamalashila (Eifel)
“HEILUNG von KÖRPER und GEIST”
Seminarleitung: Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer

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Nach heftigem Schneetreiben wurden wir von einem herrlich strahlenden, tiefblauen Himmel empfangen. Wir nahmen dies als ein wunderbares, verheißungsvolles Zeichen und empfanden große Freude darüber, an welch friedlichem und kraftvollem Ort wir dieses Retreat beginnen konnten.

Unsere verehrte Lehrerin Ven. Dr. Birgit Schweiberer wählte zur „Heilung von Körper und Geist“ die Praxis des Medizinbuddha (skt.: Bhaisajyaguru; tib.: Sangs rgyas sman bla, Sangye Menlha ]. Sie ist eine kraftvolle Methode zur Reinigung von negativen und destruktiven Emotionen und hebt die heilsamen Aspekte von Liebe, Mitgefühl und innerem Frieden hervor. Neben den emotionalen Verschleierungen des Geistes vermag die Praxis auch unsere körperlichen Erkrankungen und die der anderen Lebewesen zu heilen.

Wir begannen mit dem Mahāyāna Sūtra „ Ein Berg von Glückverheißung“ und rezitierten die Verse mit dem Wunsch, dass wir diese gemeinsamen Tage auch glückverheißend verbringen mögen:
“…. Es zieht alles Glückverheißende herbei,
es beseitigt alle Fehler und Probleme, es versammelt alle guten Qualitäten,
es macht alles ruhmreich und vom Glück begünstigt,
macht alles gut am Anfang, in der Mitte und am Ende.“

Chöla Birgit führte uns mit ihrer klaren, ruhigen Stimme, bedachtsam, und sicher
durch die tiefgründige Praxis des Bhaisajyaguru. Dank ihrer vollständigen Anleitung
in das Eintreten in sein Mandala gelang es, sich mit dem Meister des Heilens im Lapislazuliglanz zu verbinden.

Der Medizinbuddha repräsentiert die Vereinigung von Leerheit und Glückseligkeit
und ist von wundervollem Regenbogenlicht umgeben. In einem Augenblick wurde
alles offen und klar, so wie die Weite des Himmels selbst. Sein Lichtkörper, durchsichtig, transparent und strahlend im lapislazuliblauen Ganz, erfüllte uns
und alle Universen mit seinem heilendem Licht und es entstand tiefes Vertrauen
und der innigste Wunsch, alle Lebewesen von ihrem Leiden zu befreien.
Sein Mantra zu rezitieren hilft, den Pfad zu verwirklichen und stellt den Segen
des vollkommenen Weges innerhalb unseres Herzens her.

Unsere geschätzte Lehrerin komplettierte das Retreat mit der langen Lebenspraxis
der weißen Tara, der Beschützerin, die Mutter aller Buddhas der drei Zeiten, der weibliche Buddha von höchster Weisheit und Mitgefühl. Die weiße Tara schützt
vor vorzeitigem Tod, gewährt Gesundheit, ein langes Leben und Frieden.
Weiterhin machte uns Chöla Birgit vertraut mit verschiedenen Atemtechniken (Pranayama) und schulte uns auch ganz praktisch darin, wie ein Altar aufgebaut
und Opfergaben richtig dargebracht werden.
Im Zusammenhang mit dem Sutra „Ein Berg von Glückverheißung“ erläuterte sie detailliert die im Text verwendete Symbolik der „acht Glückssymbole“, so dass wir
ein tieferes Verständnis entwickeln konnten.

Wir verbrachten bedeutsame und bewegende Tage im Kamalashila und sind
unendlich dankbar, dass wir die unschätzbar wertvolle Praxis des Medizinbuddha gemeinsam erfahren konnten. Zum Abschluss des Retreats bekamen wir von einem Dharma Mitschüler wunderschöne Medizinbuddha-Tsatsas überreicht, die er liebevoll
angefertigt hatte, welch eine Freude!

In tiefer Verbundenheit und Wertschätzung danken wir unserer verehrten Lehrerin
von ganzem Herzen für Ihre große Sorgfalt, Achtsamkeit, Herzlichkeit und Leichtigkeit, mit der sie uns nun schon so viele Jahre den Dharma unterricht.
Gemeinsam widmeten wir diese segensreiche Praxis mit dem Wunsch, selbst den Zustand des Medizinbuddha zu erlangen, um das Wohl aller Lebewesen bewirken
zu können und ihnen Befreiung und das unvergleichliche Glück der Erleuchtung zu bringen. Mögen wir in allen Leben mit der besten Medizin gegen alle Leiden
verbunden sein, dem Dharma, insbesondere der höchsten Weisheit.

25.+26. November 2017 Weiterstadt – “Die Vollkommenheit der Konzentration“

25.+26. November 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~
„Die Vollkommenheit der Konzentration“

Das Thema des 6. Lamrim Wochenendes lautete: „Unerschütterlich werden –
Die Vollkommenheit der Konzentration.“
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das letzte Lamrim Wochenende galt der sechsten Paramita, der Vollkommenheit der Konzentration. Diese Art der Konzentration ist eine ganz besondere, denn sie ist verbunden mit Bodhicitta und erst dadurch wird sie eine Vollkommenheit. Konzentration lässt sich erlangen, wenn eine saubere Ethik praktiziert wurde und die wiederum braucht eine gute Großzügigkeit. Die Großzügigkeit schützt die Ethik vor der Anhaftung und die Geduld schützt die Ethik vor der Aversion. Wenn man diese drei Vollkommenheiten erreicht hat, kann die ethische Disziplin gut gedeihen; gleichzeitig brauchen wir aber auch viel Tatkraft.

Chöla Birgit Schweiberer: “Die Konzentration steht aber nicht für sich, sie hat auch wieder ein Ziel, sie dient der Weisheit. Die Konzentration an sich, wenn sie keinem weiteren Zweck als der Konzentration selber dient, hat wenig Sinn, außer man verwendet sie für das Stabilisieren und Ausweiten der heilsamen Handlungen und für das Vertiefen von Weisheit. Wir verwenden die Konzentration sozusagen als Grundlage für Methoden und Weisheit”.

Es gibt zwei Arten der Entwicklung und Übungen, um weitreichende, geistige Stabilität zu entwickeln. Die Meditation der Geistesruhe (tib.: Shine, skt.: Shamata) führt zu einem Geisteszustand, der auf einem Objekt ruhig, einspitzig und felsenfest verweilen kann und gleichzeitig beweglich und geschmeidig ist, ohne jede Müdigkeit und Erregbarkeit. Er gleicht der ungestörten Oberfläche eines Sees, der alles klar widerspiegelt; dies ist die Basis für die Entwicklung von Entsagung und Bodhicitta.

Auf der Grundlage von Shine/Shamata entsteht Einsichtsmeditation (tib.: Lhaktong, skt.: Vipassana), und man erlangt einen außergewöhnlichen, wahrnehmungsstarken Geisteszustand, der sich auf das Erkennen der Natur des eigenen Geistes richtet, frei von Flatterhaftigkeit und Trägheit und dualistischen Konzepten. Vipassana kann nur auf der Grundlage von Shamata entwickelt werden, denn nun erfährt der Geist erhabene Glücksgefühle verbunden mit einer großen Leistungsfähigkeit der Konzentrierung.

Die Entwicklung von Konzentration und Einsgerichtetsein erfordert Beharrlichkeit und wir müssen dafür viele Voraussetzungen schaffen: Eine gute moralische Disziplin, Genügsamkeit und Zufriedenheit, Nachdenken über die grundlegende Praxis und den Wunsch nach Freiheit und Erleuchtung entwickeln, dabei Gegenmittel anwenden, Faulheit überwinden, Begeisterung und Vertrauen hervorbringen, und Objekte, die Verblendungen erzeugen, beseitigen.
Wenn wir unseren Geist durch Konzentration und Meditation geschult haben, werden wir frei von Täuschungen und Anhaftungen, so dass wir Freude, Mitgefühl und Weisheit erfahren können. Bereits in diesem Leben wird unser Körper und Geist in einem glückseligen Zustand erfüllt sein, voller körperlicher Leistungsfähigkeit, und wird uns dadurch ermöglichen, leidenden Wesen zu helfen.

21.+22. Oktober 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ „Die Vollkommenheit der Einsatzfreude“

Das Thema des 5. Lamrim Wochenendes lautete: „Ohne Fleiß kein Preis –
Die Vollkommenheit der Einsatzfreude.“
Unterweisung von der Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Die „Vollkommenheit der Tatkraft“ ist die erleuchtete Qualität von Vitalität, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen, Fleiß, Begeisterung und beständiger Anstrengung. Unsere verehrte Lehrerin Chöla Birgit wählte den Begriff der Einsatzfreude, denn er betont das Prinzip der Freude, und die Freude am
„Heilsamen Tun“ ist eine wichtige Voraussetzung der Tatkraft!
Die Tatkraft sollte für uns keine Mühsal, keine Pflicht und keine Entbehrung sein, sondern eine Freude daran, dass wir an Ursachen arbeiten, die uns selbst und anderen zugutekommen und positive Qualitäten ansammeln.

Zuerst bringen wir beste, positive Motivation hervor: Bodhicitta und denken über die Vor-und Nachteile der Tatkraft nach. Im Mahāyānasūtrālamkāra [Maitreya] heißt es, dass die „Vollkommenheit der Tatkraft“ die höchste aller Tugenden ist, denn durch
sie erlangt man die Buddhaschaft. Die „rüstungsgleiche Einsatzfreude“ besagt, dass
wir uns nicht entmutigen lassen, egal wie viele Äonen es dauern mag. Ein solcher Gedanke hat das Ziel Heilsames anzusammeln und für Lebewesen zu wirken. Dies bedingt, dass wir unendlich viele Verdienste ansammeln!

Die hinderlichen Faktoren sind die drei Arten von Faulheit. Wir verlieren uns in sinnloser, weltlicher Geschäftigkeit, fühlen uns mutlos und schwach, und haben eine übermäßige Tendenz zum Nichtstun, sprich: Bequemlichkeit. Die hinderlichen Faktoren lassen sich beseitigen, indem wir über Unbeständigkeit, Vergänglichkeit und Tod, die niederen Daseinsbereiche und über die kostbare menschliche Geburt nachdenken.
Die vier stützenden Kräfte, die der Faulheit entgegenwirken und die Tatkraft vermehren sind: Motivation und Wunsch, Durchhaltevermögen und Ausdauer, Freude und Begeisterung, sowie Ruhepause und Rückzug.
Auf diesen Grundlagen sind wir entschlossen, die Einsatzfreude zu kultivieren und auf der Basis eines konzentrierten Geistes werden wir in der Lage sein, heilsames Tun auch unter Schwierigkeiten und Mühen fortzusetzten.

Am Sonntag nahmen wir gemeinsam die Bodhisattva-Gelübde. Auf diese Weise können wir Hindernisse aus der Vergangenheit bereinigen, jeden Tag unermesslich viele Verdienste ansammeln und den Erleuchtungsgeist hervorbringen.

Atisha [982-1054 Lampe auf dem Pfad]:
Wenn die positive Kraft von Bodhicitta eine Form besäße,
würde sie den Weltraum vollständig ausfüllen und sogar über ihn hinausgehen.
Selbst wenn jemand die Buddha-Felder, deren Anzahl den Sandkörnern
des Ganges gleicht, mit Juwelen füllen sollte und sie den Beschützern
der Welt darbringen würde, so wäre doch die Gabe von jemandem,
der seine Handflächen aneinanderlegt und seinen Geist auf Bodhicitta ausrichtet, wesentlich selbstloser; diese Gabe wäre endlos.“