25.+26. November 2017 Weiterstadt – “Die Vollkommenheit der Konzentration“

25.+26. November 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~
„Die Vollkommenheit der Konzentration“

Das Thema des 6. Lamrim Wochenendes lautete: „Unerschütterlich werden –
Die Vollkommenheit der Konzentration.“
Unterweisung von Ehrw. Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das letzte Lamrim Wochenende galt der sechsten Paramita, der Vollkommenheit der Konzentration. Diese Art der Konzentration ist eine ganz besondere, denn sie ist verbunden mit Bodhicitta und erst dadurch wird sie eine Vollkommenheit. Konzentration lässt sich erlangen, wenn eine saubere Ethik praktiziert wurde und die wiederum braucht eine gute Großzügigkeit. Die Großzügigkeit schützt die Ethik vor der Anhaftung und die Geduld schützt die Ethik vor der Aversion. Wenn man diese drei Vollkommenheiten erreicht hat, kann die ethische Disziplin gut gedeihen; gleichzeitig brauchen wir aber auch viel Tatkraft.

Chöla Birgit Schweiberer: “Die Konzentration steht aber nicht für sich, sie hat auch wieder ein Ziel, sie dient der Weisheit. Die Konzentration an sich, wenn sie keinem weiteren Zweck als der Konzentration selber dient, hat wenig Sinn, außer man verwendet sie für das Stabilisieren und Ausweiten der heilsamen Handlungen und für das Vertiefen von Weisheit. Wir verwenden die Konzentration sozusagen als Grundlage für Methoden und Weisheit”.

Es gibt zwei Arten der Entwicklung und Übungen, um weitreichende, geistige Stabilität zu entwickeln. Die Meditation der Geistesruhe (tib.: Shine, skt.: Shamata) führt zu einem Geisteszustand, der auf einem Objekt ruhig, einspitzig und felsenfest verweilen kann und gleichzeitig beweglich und geschmeidig ist, ohne jede Müdigkeit und Erregbarkeit. Er gleicht der ungestörten Oberfläche eines Sees, der alles klar widerspiegelt; dies ist die Basis für die Entwicklung von Entsagung und Bodhicitta.

Auf der Grundlage von Shine/Shamata entsteht Einsichtsmeditation (tib.: Lhaktong, skt.: Vipassana), und man erlangt einen außergewöhnlichen, wahrnehmungsstarken Geisteszustand, der sich auf das Erkennen der Natur des eigenen Geistes richtet, frei von Flatterhaftigkeit und Trägheit und dualistischen Konzepten. Vipassana kann nur auf der Grundlage von Shamata entwickelt werden, denn nun erfährt der Geist erhabene Glücksgefühle verbunden mit einer großen Leistungsfähigkeit der Konzentrierung.

Die Entwicklung von Konzentration und Einsgerichtetsein erfordert Beharrlichkeit und wir müssen dafür viele Voraussetzungen schaffen: Eine gute moralische Disziplin, Genügsamkeit und Zufriedenheit, Nachdenken über die grundlegende Praxis und den Wunsch nach Freiheit und Erleuchtung entwickeln, dabei Gegenmittel anwenden, Faulheit überwinden, Begeisterung und Vertrauen hervorbringen, und Objekte, die Verblendungen erzeugen, beseitigen.
Wenn wir unseren Geist durch Konzentration und Meditation geschult haben, werden wir frei von Täuschungen und Anhaftungen, so dass wir Freude, Mitgefühl und Weisheit erfahren können. Bereits in diesem Leben wird unser Körper und Geist in einem glückseligen Zustand erfüllt sein, voller körperlicher Leistungsfähigkeit, und wird uns dadurch ermöglichen, leidenden Wesen zu helfen.