25.+26. März 2017. Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ Die Vollkommenheit der Freigiebigkeit

Das Thema des dritten Lamrim Wochenendes lautete: „Geben ist seliger als Nehmen – die Vollkommenheit der Freigiebigkeit“.
Unterweisung von Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das Wochenende begann mit der Unterweisung der ersten Vollkommenheit, der „Vollkommenheit des Gebens“. Um die beiden Ansammlungen von Verdienst und Weisheit hervorzubringen, brauchen wir eine entsprechende Praxis und diese Praxis
ist enthalten in den sechs Vollkommenheiten.

Sie sind das Gegenmittel wider aller störenden Gefühle und negativen        Geisteshaltungen und beinhalten alles, was wir für ein erfülltes Leben benötigen.
Ein harmonisches und erfülltes Leben braucht Großzügigkeit, eine gute, ethische Disziplin, vor allem Geduld, Tatkraft, Konzentration und auch Weisheit.

Die Unterweisungen über die Vollkommenheit des Gebens wurden von Dr. Birgit Schweiberer u.a. zusammen mit Texten von Lama Tzong Khapa (Lamrim Chenmo),  Asanga’s Bodhisattvabhumi, Vasubandu und Chandrakirti (Madhyamakāvatāra) gelehrt.

Im ersten Vers aus dem Madhyamakāvatāra schreibt Chandrakirti über die Freigiebigkeit von Personen auf der ersten Bodhisattva-Ebene (und gilt als Inspiration, wenn man das Geben sehr ausführlich praktiziert hat):

Sodann wird für ihn die erste Ursache für die vollkommene Erleuchtung,
die Freigebigkeit unübertrefflich.

Sein Eifer darin, selbst sein eigenes Fleisch zu geben,
lässt auf Unvorstellbares schließen“. [1.9.c/d]

 Alles Positive, das wir in diesem Leben erfahren, sind nur Aufhebungen von
Leiden und niemals wahres Glück!  Aber selbst das erlangen wir nicht, ohne Ressourcen und diese Ressourcen kommen von der Großzügigkeit.
Buddhas großes Mitgefühl und große Weisheit erkennt:
Alle Lebewesen wünschen  sich Glück! Und mit diesem Wissen, dass Wohlstand
durch das Geben entsteht, lehrte der Überwinder das Geben zuerst.

Wie durch Freigebigkeit Glück in Samsara erlangt wird:
„All diese Wesen wünschen sich Glück,
doch menschliches Glück entsteht nicht ohne Wohlstand.
Im Wissen, dass Wohlstand durch Geben entsteht,
lehrt der Überwinder das Geben zuerst“. [1.10.]

Unsere verehrte Lehrerin Chöla Birgit brachte uns einen weiteren wichtigen
Aspekt immer wieder nahe:
Freigiebigkeit/Geben ist die Grundlage für Veränderung! Wir teilen gemeinsam,
wir treten in Kontakt, überwinden Distanz und öffnen somit den Weg zu allen Wesen, mit dem Wissen, dass wir miteinander verbunden sind und uns nur eins wünschen: Glück und Zufriedenheit!