20+21. Mai 2017 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~

Die Vollkommenheit der ethischen Disziplin“

Das Thema des 4. Lamrim Wochenendes lautete: „Schaden vermeiden,
Nutzen bringen – „Die Vollkommenheit der ethischen Disziplin“

Unterweisung von Dr. Birgit Schweiberer (Losang Drime)

Das letzte Wochenende vor der Sommerpause handelte von der
zweiten Vollkommenheit, der „Vollkommenheit der ethischen Disziplin.“

Dr. Birgit Schweiberer unterrichtete dazu anhand der Texte von:

Lama Tsong Khapa [Lamrim Chen mo], Asanga [Bodhisattvabhumīs],

Candrakīrti [Madhyamakāvatāra], Nāgārjuna [Kommentar zum
Prajnāpāramitāsūtra] und Atiśa [Lampe auf dem Pfad], sowie Zitate von Śāntideva aus dem
Śikṣasamuccaya.

Die ethische Disziplin ist die zweite der sechs Vollkommenheiten, die der Buddha nach der Vollkommenheit der Großzügigkeit lehrte. Unsere Praxis der Großzügigkeit sollte immer durch eine ethische Lebensführung unterstützt werden.

Sie ist die Wurzel von allem zukünftigen Glück und die Hauptursache für eine Wiedergeburt als Mensch. Denn wenn wir erkennen, welche Nachteile unsere destruktiven Verhaltensweisen beinhalten, beginnen wir zu praktizieren, indem wir die unheilsamen Handlungen aufgeben und über die zahlreichen Vorzüge einer guten ethischen Disziplin nachdenken.

Chöla Birgit Schweiberer: „Die ethische Disziplin ist wie ein Feld, von dem alles entfernt wurde (Steine) und nun kann die Saat aufgehen; somit ist sie die unschätzbare Grundlage für das Anwachsen aller heilsamen Qualitäten.“

Die Praxis der ethischen Disziplin ist die Grundlage für ALLES und wer sie hat, kann darauf vertrauen, dass alle anderen Qualitäten ständig zunehmen werden. Mit Bodhicitta werden nach und nach alle Handlungen eine Ursache für die Erleuchtung und werden uns nach und nach zur Erleuchtung bringen.“

Am Seminarende erhielten wir eine ausführliche Erläuterung über die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes mit den 18 Hauptübertretungen und 46 Nebenregeln. Das Nehmen und Einhalten von Gelübden wird als Grundlage und Stütze auf dem buddhistischen Weg praktiziert.

Chöla Birgit machte uns die Vorzüge dieser kostbaren und umfassenden Praxis wiederholt bewusst, denn diese Gelübde zeigen uns, welches Verhalten es zu vermeiden gilt und weisen uns den Weg, der bis zur Erleuchtung führt. Gemeinsam nahmen wir anschließend mit großer Freude die Bodhisattva-Gelübde.

Und wenn es eine körperliche Form besäße, so würde das Verdienst der altruistischen Absichten den ganzen Raum vollständig ausfüllen und noch weit darüber hinaus reichen. Und würde jemand so viele Buddhaländer, die wie Sandkörner im Flusse Ganges sind, mit Juwelen anfüllen, um sie dem Beschützer der Welt, dem Buddha darbringen, so würde dies doch übertroffen werden von jemandem der Gabe hat, die Hände zu falten und seinen Geist der Erleuchtung zuzuneigen. Denn eine solche ist grenzenlos!“
Atiśa [Lampe auf dem Pfad]

2017.05. Weiterstadt Vollkommenheit der ethischen Disziplin