19.+20.11.2016 Weiterstadt – Studienprogramm Lamrim ~ die 12 Glieder des Abhängigen Entstehens

Das Thema des 5. Lamrim Wochenendes lautete: „die 12 Glieder des Abhängigen Entstehens“ –  Unterweisung von Dr. Birgit Schweiberer (Ehrw. Losang Drime)

Dr. Birgit Schweiberer(Losang Drime) führte uns ausführlich durch die komplexe Lehre des Buddha über die 12 Glieder des abhängigen Entstehens.

Im Sutra vom Reiskeimling heißt es: Mönche, wer das abhängige Entstehen sieht,sieht den Dharma. Wer den Dharma sieht, der sieht Buddha. Was aber wird „Abhängiges Entstehen“ genannt? Folgendes wird „Abhängiges Entstehen“ genannt: Weil es dieses gibt, entsteht jenes, weil dieses entstanden ist, ist jenes entstanden. (…)”

Diese „Kausalkette“ beschreibt, wie durch Unwissenheit (1) Leiden entsteht und davon jede unserer körperlichen und geistigen Handlung (2) geprägt ist. Diese Unwissenheit ist ein Geisteszustand des Nicht-Wissens und der Verblendung in Bezug auf die letztendliche Bestehensweise aller Phänomene, ihrer Leerheit von inhärenter Existenz.

Handlungen, die von der Unwissenheit motiviert werden, erzeugen ein karmisches Potential, das im Bewusstsein (3) gelagert wird und über den Tod hinaus geht. Jede Handlung hinterlässt sozusagen ein Potential im Geist, das so lange latent bleibt, bis es durch bestimmte Umstände zur Reife gebracht wird.

Unwissenheit, gestaltende Tat und Bewusstsein sind die grundlegende Ursache für eine neue Existenz, genannt: Name und Form (4) den 5 Skandhas (Aggregaten) und für die Sinnesquellen (5), Berührung (6) und Empfindung (7). Alle nun folgenden Erfahrungen werden durch Konzepte beurteilt und erlebt und daraus entsteht ein starkes Verlangen (7). Dieses starke Verlangen bedingt das Ergreifen (9), Ergreifen führt zum Werden (10), dies wiederum führt zu Geburt (11), darauf folgt unausweichlich Alter und Tod (12).
Auf diese Weise schließt sich der Kreislauf, die Glieder des abhängigen Entstehens wirken endlos weiter, bis irgendwann Befreiung vom Kreislauf der leidhaften Existenz erreicht wird.

Wollen wir diese „Kette“ durchbrechen, dann müssen wir das Prinzip von „Ursache und Wirkung“ tief verstehen und uns darin üben, Lebewesen in keinster Weise zu schaden und viel Heilsames anzusammeln. So können wir  nach und nach alle Ursachen für Leid im eigenen Geist beseitigen. Die Weisheit, die die Leerheit von inhärenter Existenz erkennt, ist das Gegenmittel zur Unwissenheit und führt letztendlich aus dem Daseinskreislauf heraus.

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