03.+ 04.11.2018. Weiterstadt/ Studienprogramm Lamrim/Weisheit entwickeln-Der Mittlere Weg (Madhyamaka) Teil 4

Thema des 5. Lamrim Wochenendes über die Vollkommenheit der Weisheit:
„Die beiden Wahrheiten bzw. Wirklichkeiten“ (Guy Newland, “The Two Truths”).
Unterweisung von Ven. Dr. Birgit Schweiberer (Getsulma Losang Drime)

Am letzten Lamrim Wochenende diesen Jahres unterrichtete unsere verehrte
Lehrerin Dr. Birgit Schweiberer anhand von Versen die zwei Wahrheiten:
konventionelle Wirklichkeit/Realität (Saṃvṛtti) und letztendliche Wirklichkeit /Realität (Parāmārtha). Die Gliederung dazu war: Grundlage der Unterteilung, die beiden Wahrheiten sind eine Dichotomie, Beziehung der beiden untereinander, Definitionen, Bedeutungen, Einteilungen der konventionellen Realität, die weltliche Perspektive, Einteilungen der letztendlichen Realität.

Saṃvṛtti steht für verschiedene Bedeutungen: Das, was gründlich (tief) verdeckt (täuscht), also etwas, das den wahren Sachverhalt verbirgt: es ist eine Wahrheit
für ein grundlegendes, getäuschtes bzw. verschleiertes Bewusstsein.
Es ist nicht ein nicht-existentes Phänomen, sondern ein abhängiges Phänomen!
Das getäuschte Bewusstsein aber hält diesen Fakt jetzt für vollkommen wahr und
die Erscheinungsweise und die Bestehensweise für vollkommen im Einklang und
das bedeutet: Wahrheit für ein getäuschtes Bewusstsein!

Parāmārtha, die letztendliche Wahrheit/Wirklichkeit sagt aus, dass kein Phänomen unter der Analyse gefunden werden kann. Am Ende findet man immer die Leerheit!
Sie ist die Eigenschaft und die wahre Natur eines jeden Phänomens und wird nur
von einem Bewusstsein, das frei von allen dualistischen Täuschungen ist, erfahren.

Die Zwei Wahrheiten sind ein sehr tiefgründiges und umfangreiches Thema.
Probleme entstehen daraus, dass wir die endgültige, letztendliche Wahrheit
nicht realisieren. Die Unwissenheit des Festhaltens am Selbst ist der Ursprung
aller unsere Hindernisse und der einzige Weg sie zu beseitigen ist, die Leerheit
der Phänomene zu realisieren.

Dr. Birgit Schweiberer führte uns Schritt für Schritt in einer ausführlichen und
komplexen Meditation durch die Methode, die die Leerheit nachweist, „die siebenfache Beweisführung“. Am Abend rezitierten wir gemeinsamen die Praxis der grünen Tara. Tara verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und ist die wahre Natur unserer eigenen inneren Weisheit. Die Rezitation ihres kraftvollen Mantra beschützt vor allen Hindernissen.

Wir [Schüler] schätzen uns sehr glücklich ein weiteres, bedeutsames Jahr der
kostbaren Dharma Unterweisungen von unserer verehren Lehrerin erhalten zu
haben und sind erfüllt von großer Dankbarkeit für die anregenden und profunden
Belehrungen, die Sie stets mit Ausdauer, Herzlichkeit und viel Geduld ausübt.

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